4,3 min readPublished On: 23. August 2022By Tags: , , , Categories: Bücher, Wissen

Weißt Du, was Hakomi ist?

Noch nie gehört, ich bin gespannt.

Mir ist dieser Begriff noch nie zuvor begegnet. Dank

Klaus Eidschink: Ohne Integration ist alles nichts. Skizze einer Metatheorie der Psychodynamik. In: Alica Ryba, Gerhard Roth: Coaching und Beratung in der Praxis. Ein neurowissenschaftlich fundiertes Integrationsmodell , S. 56

habe ich gelernt, dass Hakomi bei einem Coach oder Therapeut Teil eines breiten Arsenals „an Techniken zur Aktivierung des Erlebens beim Klienten“ sein kann. Wie genau diese Technik aussieht, verrät uns unser Autor allerdings nicht. Ich bin gespannt, ob uns unser Lexikon oder das Internet mehr über unseren heutigen Begriff verraten können.

Was das Lexikon sagt

Unser Lexikon verrät uns, dass Hakomi zu seinem Erscheinungsdatum kein allgemein bekannter Begriff war, denn es hält keinen passenden Eintrag für uns bereit. Hoffentlich ist das Internet an dieser Stelle etwas aktueller und ergiebiger.

Was das Internet sagt

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Aus datenschutzrechlichen Gründen benötigt YouTube Ihre Einwilligung um geladen zu werden.
Akzeptieren

Laut dieses Werbe YouTube Videos kommt der Begriff Hakomi aus der Sprache der Hopi Indianer, die in Arizona leben und bedeutet so viel wie „Wer bin ich?“ oder „Die, die ich bin“. Laut stern.de ist das Besondere an den Hopi Indianern, dass sie nicht nach dem Paradies streben, sondern nach Harmonie. Gleichzeitig schreibt der Autor des Artikels, dass Besucher von den Hopi Indianern damit rechnen müssen, verprügelt zu werden, wenn sie trotz des ausdrücklichen Verbots, Fotos oder Videos von ihnen machen. Wie das Prügeln nun genau zum Streben nach Harmonie passt, verrät uns unser Autor nicht.

Es gibt kein Ziel, es geht um Dich.

Spannend an dem von Ronald Kurtz entwickelten Hakomi-Ansatz in der Therapie ist, dass diese Therapie laut aerzteblatt.de konsequent auf eine Zielsetzung verzichtet. Es geht also nicht darum, dass der Klient mit Hilfe des Therapeuten ein bestimmtes Problem in seinem Leben löst. Die einzelnen Elemente der Hakomie-Methode sind:

  • Körperorientiert
  • Gewaltlos
  • Mit Worten
  • Tiefenpsychologisch
  • Innere Achtsamkeit.

Ich verzichte hier darauf, detailliert auf die Hakomi Methode in der Therapie einzugehen. Das können die Verkäufer der Methode auf hakomi.de viel besser als ich. Ich stürze mich auf die Frage „Wer bin ich?“, die im indianischen Wort „Hakomi“ steckt, die auf den ersten Blick so einfach erscheint und doch meiner Erfahrung nach gar nicht so einfach zu beantworten ist.

Wer bin ich?

Ich bin auch passionierte Buchhalterin für die Familie.

Erst vor wenigen Tagen staunte ich nicht schlecht, als ich auf Grabsteinen in Salzburg z. B. las, hier sei die Witwe eines Direktors oder der Prokurist eines Unternehmens begraben. Die Sache mit dem Prokuristen verstehe ich. Viele Menschen definieren sich auch heute noch über Ihren Job. Doch wie krass ist es, als Witwe in die Geschichte einzugehen? Als ich das las, fragte ich mich: Wer war diese Frau? Hat sie sich nach dem Tod ihres Mannes überall nur noch als Witwe vorgestellt und steht daher diese Bezeichnung auf ihrem Grabstein?

Ich kann diese Frage nicht beantworten. Doch die Grabsteine in Salzburg machten mir wieder einmal bewusst, dass die Antwort auf die Frage „Wer bin ich?“ nicht so einfach ist. Jeder Mensch hat Rollen, die er ausfüllt. Wir sind die Kinder unserer Eltern. Die Eltern unserer Kinder. Ehemänner. Ehefrauen. Angestellte. Arbeitgeber. Selbstständige.

In der Hakomi-Methode geht es darum herauszufinden, wer wir sind, wenn wir all diese Rollen außen vor lassen. Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber ich kann diese Frage in Bezug auf mich nicht beantworten. Wenn ich all meine Rollen wegnehme, bleiben mir noch zwei Dinge:

  • Ich bin Mensch.
  • Ich bin Maria.

Doch ist das die richtige Antwort auf die Frage? Vermutlich nicht. Doch irgendwie stört es mich aktuell nicht, die Frage nicht beantworten zu können. Denn die Rollen, die ich aktuell ausfülle, machen mich glücklich.

Fragen, Kommunikation

Keine Ahnung wie es weitergeht. Wer will ich sein?

Dennoch erinnere ich mich an Zeiten, in denen das anders war. Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber immer, wenn ich in meinem Leben eine alte vertraute Rolle aufgab, stellten sich mit folgende Fragen: Wer bin ich? Wer möchte ich sein? Wie soll es mit mir weitergehen? Mit dem Beenden der Schule, dem Auszug bei meinen Eltern, dem Ende des Studiums, mit dem Ende jedes Jobs stand ich vor diesen Fragen, und nie fiel es mir wirklich leicht, sie zu beantworten.

Fazit

Dank des Internets wissen wir nun, dass Hakomi nicht nur eine Technik für Therapeuten ist, sondern auch ein Wort der Hopi-Indianer. Doch was mich jetzt viel mehr interessiert ist die Frage, ob Du die Frage „Wer bin ich?“ für Dich beantworten kannst. Mich interessiert dabei nicht so sehr, wie Deine Antwort auf diese Frage lautet – das ist zu persönlich –, mich interessiert viel mehr, was Dir diese Antwort für Dein Leben gebracht hat.