Weißt Du was der Gauß’sche Weichzeichner ist?

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WERBUNG: Das Buch, das diesen Beitrag inspiriert hat, habe ich als Rezensionsexemplar vom dpunkt.verlag erhalten. Das bedeutet, ich habe das Buch zur Verfügung gestellt bekommen, um darüber zu schreiben.

Gaußsche Normalverteilung kenne ich.

Im Rahmen meines Data-Science-Kurses ist mir schon einige Male die Gaußsche Normalverteilung (ein Instrument, dass Statistikern hilft, Wahrscheinlichkeiten zu berechnen) begegnet. Von einem Gauß’schen Weichzeichner war in diesem Kurs nie die Rede. Daher freue ich mich nun sehr darauf, gemeinsam mit Dir dank

John Whalen & Isolde Kommer & Christoph Kommer (Übersetzung): Think Human: Kundenzentriertes UX-Design. Mit kognitiver Psychologie zu besseren Produkten

herauszufinden, was es mit dem Gauß’schen Weichzeichner auf sich hat.

Was uns der Autor verrät

Ich finde den Knopf einfach nicht.

Unser Autor ist Experte im UX-Design. UX ist die Abkürzung für User Experience. Beim UX-Design geht es darum, dem Nutzer des Designs ein angenehmes Nutzererlebnis zu bieten. Ein UX-Designer stellt daher nicht nur die Frage, ob ein Button auf einer Webseite gut aussieht, sondern auch die Frage, ob der Nutzer den Button da findet, wo er ihn erwartet. Wenn der Nutzer lange nach einem Button suchen muss, hat der UX-Designer keinen guten Job gemacht.

Wo wird das Auge des Betrachters hinwandern?

Laut unserem Autor können wir den Gauß’schen Weichzeichner nutzen, um abzuschätzen, wohin das Auge des Betrachters wandert, wenn er ein Produkt oder eine Webseite vor Augen hat. Auch erfahren wir, dass der Gauß’sche Weichzeichner eine Funktion ist, die das Bildbearbeitungsprogramm „Photoshop“ zur Verfügung stellt. Wie genau der Weichzeichner funktioniert und warum er Gauß‘scher Weichzeichner heißt, erfahren wir nicht.

Wie funktioniert der Gauß‘sche Weichzeichner?

Auf diesem Bild spiele ich die Hauptrolle.

Schauen wir uns im ersten Schritt einmal den Weichzeichner an. Ich kenne Weichzeichner aus der Fotografie. Beim Weichzeichnen geht es darum, dass das Bild weicher wirkt, indem die Zeichnung oder der Kontrast verringert werden. Beliebt ist diese Funktion zum Beispiel bei der Portraitfotografie. Wenn ein Portrait gemacht wird, soll die Person auf dem Bild die Hauptrolle spielen. Keinesfalls darf der Hintergrund des Bildes vom Gesicht im Vordergrund ablenken. Mit Hilfe eines Weichzeichners kann der Fotograf dafür sorgen, dass der Hintergrund verschwimmt bzw. unscharf wird. Auf dem Bild ist dann ein klar erkennbares Gesicht zu sehen, und der unscharfe Hintergrund lässt keine Details erkennen, die von diesem ablenken könnten.

Laut freistellen.de ist der „Gaußsche Weichzeichner ein Filter. Er setzt den jeweiligen Farbwert auf den Mittelwert aller umliegenden Pixel in einem bestimmten Radius.“

Der Weichzeichner braucht wenig Rechenleistung.

Wie jeder normale Weichzeichner wird also auch der Gauß’sche Weichzeichner genutzt, um den Hintergrund auf einem Bild verschwimmen zu lassen. Das Besondere an diesem Filter ist, dass er eine gleichmäßige Unschärfe erzeugt und wenig Rechenleistung benötigt.

Ich vermute daher, dass die „gleichmäßige Unschärfe“ die Funktion ist, die dem UX-Designer dabei hilft zu erkennen, wohin das Auge des Nutzers beim Betrachten des Bildes gelenkt wird. Dank des Gauß’schen Weichzeichners erkennt der Designer, welcher Bereich des Bildes ins Auge springt, wenn dieses stark verschwommen ist.

Übrigens kannst Du auch ohne Photoshop und Co. herausfinden, wie das Prinzip funktioniert. Schnappe Dir hierfür einfach ein Foto und kneife die Augen zusammen, so dass das Bild nur noch schwer zu erkennen ist. Welcher Bereich des Bildes ist besser zu erkennen als andere? Voila, hierhin würde das Auge Deines Nutzers wandern.

Warum heißt der Weichzeichner Gauß‘scher Weichzeichner?

Zu meiner großen Überraschung steht der Gauß’sche Weichzeichner wirklich in Verbindung mir der Gaußschen Normalverteilung aus der Statistik. An dieser Stelle bleibe ich Dir allerdings die detaillierte Verbindung zwischen den beiden Themen schuldig, da ich sie trotz erfolgreicher Recherche aufgrund zu kompliziert aussehender mathematischer Formeln einfach nicht verstehe.