Weißt Du, was der Hosenbandorden ist?

Heute geht es um einen Begriff, der mir noch nie zuvor begegnet ist. Dank der Autorin von

Schau doch mal, ich habe eine voll schöne Hose. Doch wo hat die ein Band?

Lorraine Daston: Regeln. Eine kurze Geschichte,

weiß ich, dass die Mitgliedschaft im Hosenbandorden eine Ehrung ist, die durch den britischen Monarchen verliehen wird. Sie schreibt:

„Der einzige verbleibende Restbestand einer einst gewaltigen königlichen Prärogative [in Großbritannien] ist das freie Ermessen des Monarchen bei der Vergabe gewisser Ehrungen wie der Mitgliedschaft im Hosenbandorden.“

S. 315.

Zu meiner großen Freude brauche ich den mir ebenfalls bis dato unbekannten Begriff Prärogative nicht nachschlagen, denn den hat unsere Autorin bereits wenige Seiten zuvor erläutert:

„Doch 1617 konnte [der Lordsiegelbewahrer Sir Francis] Bacon noch behaupten, die königliche Prärogative – die Macht des Königs, kodifiziertes Recht außer Kraft zu setzen – sei nicht nur mit dem Gesetz vereinbar, sondern sei das Gesetz.“

S. 306.

Ich bezweifle zwar, dass unser Lexikon den Begriff Hosenband kennt, dennoch beginnen wir mit unserer heutigen Recherche wieder mit dessen Befragung.

Was das Lexikon sagt

Meine Zweifel waren unberechtigt. Unser Lexikon kennt den Begriff nicht nur, es hält gleich zwei passende Einträge für uns bereit.

Für das Königreich und noch viel weiter.

Ho|sen|band|or|den, der [vgl. honi soit qui mal y pense]: höchster britischer Orden.

Das Zeit Lexikon. Mit dem Besten aus der Zeit, Band 18, S. 1144.

Hosenbandorden, (Hochedler Orden vom Hosenbande, engl. The Most Noble Order of the Garter) höchster brit. Orden, gestiftet 1348 von Eduard III.; die Zahl der Ritter wird seit 1831 auf 26 [einschl. des Monarchen als Ordenssouverän) beschränkt und kann unter Umständen durch »Extra Knights«, z. B. Ausländer, überschritten werden. Das namengebende blaue, goldgesäumte Samtband (Inschrift: ↑Honi soit qui mal y pense) wird von Herren unter dem linken Knie, von Damen am linken Oberarm getragen.

Das Zeit Lexikon. Mit dem Besten aus der Zeit, Band 19, S. 517.

Wow, dank unserm Lexikon wissen wir nun eine Menge über unseren Hosenbandorden. Wir könnten sogar noch mehr erfahren, wenn ich ein weiteres Mal zum Bücherregal laufen würde und wie von unserem Lexikon empfohlen die Inschrift „honi soit qui mal y pense“ nachschlagen würde. Stattdessen wende ich mich mit der Frage nach der Bedeutung der Inschrift an unser allwissendes Internet, da mir noch weitere Fragen zu unserem heutigen Begriff unter den Nägeln brennen.

Was das Internet sagt

Die Webseite g-geschichte verrät uns nicht nur, dass honi soit qui mal y pense

„Beschämt sei, wer schlechtes dabei denkt“

bedeutet, sondern auch eine passende Legende, wie der Hosenbandorden zu diesem Motto kam.

Nach der Legende verlor die Geliebte des Königs beim Tanz ihr Strumpfband. Als die Menschen im Saal sich über dieses Missgeschick lustig machten, hob der König das blaue Strumpfband der Geliebten auf und bindet es sich um das eigene Bein, wobei er „honi soit qui mal y pense“ sagt.

Laut Wikipedia wurde der Orden während des Hundertjährigen Krieges vom König eingeführt, um die wichtigsten Ritter des Königreiches an den König zu binden und sie vor Kriegsmüdigkeit zu bewahren.

Laut der offiziellen Webseite des Ordens hat der Orden nicht 26, sondern 24 Mitglieder. Laut der Webseite g-geschichte steht die Anzahl in Verbindung mit der Tafelrunde Arthurs. Arthur hatte an dieser 12 Ritter versammelt, sein Fan Eduard III., der den Hosenbandorden nach dem Vorbild der Tafelrunde gründete, verdoppelte die Anzahl, weil er mehr als 12 Ritter an sich binden wollte.

In diesem gut 25 Minuten langem YouTube Video sind nicht nur alle Hosenbandorden Träger aus 2024, sondern auch die Zeremonie, die anlässlich des jährlich für den Orden veranstalteten Garter Day zu sehen. Solltest Du, so wie ich Schwierigkeiten haben den Gesichtern der Ordensmitglieder die richtigen Namen zuzuordnen, empfehle ich Dir diese Liste auf der alle Personen aufgeführt sind, die Ordensträger sind und waren.

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Fazit

Wir wissen nun, was der Hosenbundorden ist. Er wurde mit dem Ziel gegründet wichtige Ritter an einen König zu binden (was gelang) und ist heute eine Ehrung, die an Menschen verliehen wird, die meiner Einschätzung nach größtenteils zu untrainiert sind, um erfolgreich einen Krieg bestreiten zu können. Welch ein Glück, dass die Welt heute deutlich friedlicher ist als vor 700 Jahren.

20. Januar 2026
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Buchcover Lorraine Daston: Regeln. Eine kurze Geschichte
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Das Buch, das diesen Beitrag inspiriert hat, habe ich als Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten. Das bedeutet, ich habe das Buch kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen, um darüber zu schreiben.

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Ein alter Mann denkt nach.
3,8 min readCategories: Bücher, Wissen

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20. Januar 2026
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