Weißt Du, was exzeptionell bedeutet?

Heute geht es um einen Begriff, der mir schon unzählige Male begegnet ist. Ich bin der festen Überzeugung, dass er außergewöhnlich bedeutet. Dass wir uns heute dennoch mit dem Begriff auseinandersetzen, ist der Tatsache geschuldet, dass ich das Gefühl habe, dass es viele Begriffe gibt, die ähnlich klingen und eine ähnliche Bedeutung haben. Ich möchte wissen, wie genau sich die Begriffe voneinander unterscheiden, damit ich in Zukunft weiß welcher Begriff in einer bestimmten Situation der Passendste ist.

Ein Detektiv, der nach links schaut und eine Pfeife raucht.
Na, wer von Euch gehört wo hin ihr lieben kleinen Begriffe?

Begegnet ist mir der Begriff in dem Buch

Siebo Heinken (Hrsg.): Heldinnen & Helden. Vorbilder und Idole von der Antike bis heute

Das Buch ist der Katalog zu einer Ausstellung zum Thema Heldinnen und Helden und beginnt mit einem Interview, in welchem einige Beteiligte der Ausstellung unter anderem die Frage beantworten was Menschen zu Helden macht:

„Was macht einen Menschen zum Helden oder zur Heldin? [DR. ANDREA] ERKENBRECHER: Wenn wir uns Menschen ansehen, die zu Helden gemacht wurden, dann eint sie etwas. Sie können etwas besonders gut, sie sind exzeptionell, sie nehmen sich selbst zurück für etwas anderes, Übergeordnetes.“

S. 11.

Ich bin gespannt, ob unser Lexikon noch weitere Bedeutungen unseres Begriffes kennt, die noch besser in Andreas Antwort passen, oder ob Andrea tatsächlich außergewöhnlich meint, wenn sie exzeptionell sagt.

Was das Lexikon sagt

Unser Lexikon bestätigt nicht nur, dass ich unseren heutigen Begriff bis jetzt goldrichtig verwendet habe, es kennt auch nur eine einzige abweichende Bedeutung.

exzeptionell [lat.-frz.], ausnahmsweise eintretend, außergewöhnlich.

Das Zeit Lexikon. Mit dem Besten aus der Zeit, Band 04, S. 407.

ex|zep|ti|o|nell <Adj.> [frz. exceptionnel, zu lat. exceptio = Ausnahme] (bildungsspr.) außergewöhnlich: eine -e Darbietung.

Das Zeit Lexikon. Mit dem Besten aus der Zeit, Band 17, S. 700.

Dank unserem Lexikon bin ich mir nun sicher, dass Andrea tatsächlich außergewöhnlich meint, wenn sie exzeptionell sagt.

Mein Vater war mein Held, nicht nur wegen seiner fantastischen Fotos.

Was macht Menschen zu einem Helden?

Andreas Antwort auf die Frage was einen Menschen zum Helden macht erscheint auf den ersten Blick einleuchtend. Doch die Sache mit den Helden ist auf den zweiten Blick gar nicht so einfach. Denn jeder von uns hat andere Helden. Während mein Vater definitiv zu meinen persönlichen Helden gehört, kennen die meisten Menschen auf dieser Welt ihn gar nicht und finden ihn daher auch nicht außergewöhnlich. Andererseits wiederrum gibt es bekannte Menschen, die außergewöhnlich sind, aber nicht von jedem als Held angesehen werden.

Die erste Heldin, die unser Buch ausführlich beschreibt, ist die Nobelpreisträgerin Marie Curie. Sie ist nicht nur die erste Frau, die einen Nobelpreis erhielt, sie ist auch der erste Mensch, der einen Nobelpreis in zwei unterschiedlichen Disziplinen erhielt. Beides sind außergewöhnliche Leistungen, die Marie auch in meinen Augen zu einer Heldin machen.

Auch der Radsportprofi Jan Ullrich gehört zu den Helden, die unser Buch erwähnt, weil er als erster Deutscher die Tour de France gewonnen hat. Für mich ist Jan kein Held. Das liegt nicht etwa daran, dass er wie alle anderen Radrennfahrer zu jener Zeit gedopt war, oder daran, dass ich glaube, dass das Gewinnen der Tour einfach wäre, sondern daran, dass ich mich nicht wirklich für Sport interessiere.

Die beiden Beispiele zeigen, dass nicht jeder Held für jeden Menschen ein Held ist. Büchermenschen wie ich einer bin, verehren außergewöhnliche Autoren wie Mark Twain. Sportliche Menschen, die lieber an der frischen Luft sind, statt auf dem Sofa ein Buch zu schmökern, verehren wahrscheinlich eher Sportler, weil sie aus eigener Erfahrung wissen, wie krass die Leistungen sind, die Sportler erbringen. An dieser Stelle bin ich daher neugierig: Wer sind Deine Helden?

Fazit

Wir wissen nun, was es mit unserem heutigen Begriff auf sich hat. Zudem haben wir gesehen, dass es immer im Auge des Betrachters liegt, wer ein Held ist und wer nicht. Nun frage ich mich, ob die Frage „Wer sind Deine 3 größten Helden?“ nicht ein hervorragende Einstiegsfrage ist, um einen Menschen und dessen Interessen kennenzulernen. Was meinst Du?

19. Januar 2026
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Buchcover Siebo Heinken (Hrsg.): Heldinnen & Helden. Vorbilder und Idole von der Antike bis heute
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Das Buch, das diesen Beitrag inspiriert hat, habe ich als Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten. Das bedeutet, ich habe das Buch kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen, um darüber zu schreiben.

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Ein Nachdenklicher Daumen hoch.
3,6 min readCategories: Bücher, Wissen

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Buchcover Siebo Heinken (Hrsg.): Heldinnen & Helden. Vorbilder und Idole von der Antike bis heute

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19. Januar 2026
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