Weißt Du, was ein Ghoul ist?
Heute geht es um einen Begriff, der mir noch nie zuvor begegnet ist. In seinem Buch

John Giorno: Grosse Dämonenkönige. Ein Leben voller Sex, Kunst, Poesie, Tod und Erleuchtung
erzählt John von einer Party, auf der ein Gast fast an einem Stück Fleisch erstickt wäre. Erst als ein Partygast das dritte Mal den Heimlich-Griff anwandte, löste sich das Fleisch, so dass der Partygast den Abend überlebte. Als klar war, dass die Gefahr gebannt war, waren alle Partygäste erleichtert und glücklich. Ein Gast namens William war so glücklich, dass er etwas tat, was er normalerweise nicht tat. John schreibt.
„» Schön dich zu sehen.« William, der nie lächelte, lächelte und sah aus wie ein Ghoul.“
S. 276.
Lass uns doch einmal schauen, was genau ein Ghoul ist, damit wir eine Vorstellung davon bekommen, wie der lächelnde William in Johns Augen aussah.
Was das Lexikon sagt
Nichts. Unser Lexikon kennt den Begriff nicht.
Was das Internet sagt
Das Internet sagt, dass der englische Begriff Ghoul sowohl als Ghoul, als auch als Ghul ins Deutsche übersetzt werden kann. Wikipedia verrät uns, dass der Begriff ursprünglich aus dem Arabischen stammt:
„Das Wort stammt aus dem klassischen Arabisch und hat seinen Ursprung in der Wurzel غ-و-ل (ġ-w-l), die so viel wie verschlingen, fortraffen, wegnehmen oder auslöschen bedeutet. “

Ein Ghul ist ein Fabelwesen. Je nach Fabel bzw. Geschichte kann er ein Menschen- bzw. Leichenfresser, ein Wüsten-Dämon oder ein Moorgeist sein. Die Ghule fanden in der übersetzten Geschichte Tausendundeine Nacht den Weg in die englische Sprache. Der Ghul taucht in der Neunhundertundfünfzigsten von Tausendundeiner Nacht auf. In dieser Geschichte, die Du auf Projekt Gutenberg lesen kannst, finden wir auch eine Beschreibung des Ghuls.
Die Bildersuche nach dem Begriff Ghul im Internet zeigt zahlreich Wesen, die ich eher als gruselig aussehend empfinde. Lediglich der hier auch auftauchende Ra’s al Ghul schaut auf einigen Bildern nicht gruselig aus. Ra’s al Ghul ist laut Wikipedia ein Gegenspieler Batmans. Die Webseite Sagengestalten gibt einen Hinweis darauf, warum die Darstellungen so unterschiedlich sind:
„Ghul ist ein Dämon, dessen Optik nur schwer zu beschreiben ist, da er seine Gestalt nach Belieben ändern kann. “
Der Ghul lässt sich dennoch erkennen, denn er kann die Gestalt seiner Füße nicht ändern, diese bleiben immer Eselshufe.
Was uns unser Autor sagen möchte
Ich glaube, dass uns John sagen möchte, dass der lächelnde William gruselig bzw. dämonisch aussah. Möglicherweise war er sich des Umstands bewusst und lächelte daher bewusst nicht in der Gegenwart anderer Menschen. Die Freude über die Rettung des Gastes war dann aber so groß, dass er sich zu einem Lächeln verleiten ließ, das nun auf alle Ewigkeit in Johns Buch festgehalten ist.
Fazit
Wir wissen nun, was ein Ghul ist. Wie genau William aussah, wissen wir nicht. Wir wissen lediglich, dass John Williams Lächeln nicht als attraktiv empfand.
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Das Buch, das diesen Beitrag inspiriert hat, habe ich als Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten. Das bedeutet, ich habe das Buch kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen, um darüber zu schreiben.
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„Je nach Fabel bzw. Geschichte kann er ein Menschen- bzw. Leichenfresser, ein Wüsten-Dämon oder ein Moorgeist sein.“
Leichenfresser muss es natürlich geben, damit die Verwesung funktionieren kann. In der griechischen Mythologie gibt es den Dämon Eurynomos. Dieser Dämon frisst Leichen bis auf die Knochen ab ->
https://www.mythologie-antike.com/t295-eurynomos-mythologie-damon-der-die-leichen-bis-auf-die-knochen-abfrisst