Weißt Du, wer Kurt Vonnegut war?
Heute geht es um eine Person, von der ich noch nie zuvor etwas gehört habe. Dank des Autors

Holger Nils Pohl: Mehr Klarheit mit Visualisierung im Business
weiß ich, dass Kurt einen Handlungsbogen namens Shape of Stories für das Erzählen von Geschichten entwickelt hat. Holger schreibt:
„Ich habe für mich den Ansatz »Shapes of Stories« von Kurt Vonnegut gewählt. Er war ein großer Geist und du solltest dich echt mal online über ihn informieren.“
S. 184.
In seinem Buch geht Holger auf den Shapes-of-Story-Ansatz ein, von Kurt erfahren die Leser nichts weiter. Also folge ich heute Holgers Empfehlung und informiere mich Online über Kurt.
Wie funktioniert der Shapes-of-Story-Ansatz?
In diesem englischsprachigen YouTube Video erklärt Kurt seinen Handlungsbogen, indem er verschiedene bekannte Geschichten auf diesem einordnet. Bei dieser Erzählungsart geht es immer darum, dass die Hauptfigur am Ende ein Happy End erlebt. Die Geschichte an sich kann dabei sowohl glücklich als auch unglücklich starten. Wenn sie glücklich startet, folgt sofort der Fall ins Unglück, bevor das Happy End beginnt. Wenn sie unglücklich startet, gibt es erst einmal einen Hoffnungsschimmer, bevor das Unglück noch einmal eintritt, um am Ende gut auszugehen.
Wer war Kurt?
Laut diesem Deutschlandfunk-Interview war Kurt ein 1922 geborener Deutschamerikaner, der im Zweiten Weltkrieg gegen die Deutschen kämpfte und in Kriegsgefangenschaft geriet. Kurt war Schriftsteller, und er begann zu einer Zeit zu schreiben, als Romane noch nicht Kinofilme werden wollten. Sein erstes Buch erschien 1952.
Sein bekanntestes Buch ist „Schlachthof Nummer 5“. In diesem verarbeitet Kurt seine Kriegserlebnisse und seine Gefangenschaft. Den Titel hat das Buch, weil Kurt die Bombardierung Dresdens in einem Keller unter dem Dresdner Schlachthof überlebte. Das Buch erschien zu Zeiten des Vietnamkrieges. Dieser trug dazu bei, dass das Buch ein Erfolg wurde, denn dank dieses Krieges wurde das Buch zu einem Antikriegsroman.
Dank diesem YouTube Video verstehe ich nun, was das Buch besonders macht. Kurt schreibt nicht einfach über seine Erlebnisse, er macht die Geschichte zu einem Zeitreise-Roman mit Alien-Elementen. Die Hauptfigur wird von Aliens entführt und springt wahllos in der Zeit umher. Dabei erlebt sie nur Ereignisse zwischen der eigenen Geburt und dem eigenen Tod. Ich vermute, dieser Erzählstil gibt den Lesenden die Möglichkeit, die Absurdität des Erlebten begreifbar zu machen. Surreale Erlebnisse wie das Graben nach Leichen in einer zerbombten Stadt folgen normalen Ereignissen wie der eigenen Hochzeit.
Auf der Wikipedia-Seite über Kurt steht, dass er seine Romane gern mit eigenen sehr einfach gehaltenen Zeichnungen anreicherte. Vielleicht ist das einer der Punkte, die unser Autor Holger so spannend an ihm findet.
Fazit
Wir wissen nun etwas mehr über Kurt. Ich nehme zur Kenntnis, dass Holger fasziniert von Kurt ist, doch ich teile seine Faszination nicht. Was mich von Kurt fernhält, ist seine Nähe zum Tod, seine Distanz zum Leben. Letztere ist mir so vertraut, dass ich sie als langweilig empfinde.
Da bin ich Kurt wahrscheinlich zu ähnlich. Ich habe es aufgegeben, die aktuellen Ereignisse verstehen zu wollen. In meinen Augen sind sie nur Symptome. Mich interessieren die Ursachen, die hinter diesen Symptomen stecken, denn wenn ich die Ursachen verstehe und behebe, dann verschwinden auch die Symptome. Es ist mir egal, wer an einem Krieg „die Schuld“ trägt, und ich möchte mich nicht auf eine Seite stellen. Ich möchte verstehen, was die Ursache hinter Kriegen ist und welche Mechanismen es braucht, um diese zu verhindern. Ich weiß, dass ich dieses Ziel nicht allein erreichen kann. Ich weiß, dass die 100 Jahre, die ich auf dieser Erde bin, nicht reichen werden, um eine Antwort auf diese Frage zu finden. Doch ich bin zuversichtlich, dass es kluge Menschen auf dieser Welt gibt und geben wird, die die Antwort finden können, und ich hoffe, dieser Blog leistet einen winzigen Beitrag zu ihrer Reise.
In meiner Wahrnehmung hat Kurt einen ähnlichen Weg eingeschlagen wie ich. Er brauchte einen Grund für sein Überleben im Krieg, und er fand ihn in der schriftstellerischen Tätigkeit. Er sah es als seinen Auftrag an, von dem zu berichten, was er erlebt hatte. Doch komme was wolle, das, was er im Krieg erlebt hatte, stand Zeit seines Lebens zwischen ihm und einem normalen Leben. Er war offenbar getrieben von der Neugier, wann denn der Tod endlich zu ihm kommt. Und genau dieser „Flirt“ mit dem Tod ist der Grund, der mich davon abhält, mir einen seiner Romane zu Gemüte zu führen.
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Das Buch, das diesen Beitrag inspiriert hat, habe ich als Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten. Das bedeutet, ich habe das Buch kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen, um darüber zu schreiben.
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