Weißt Du was ein Key Visual ist?

_Geschätzte 5 Minuten Lesezeit

WERBUNG: Das Buch, das diesen Beitrag inspiriert hat, habe ich als Rezensionsexemplar vom mitp Verlag erhalten. Das bedeutet, ich habe das Buch zur Verfügung gestellt bekommen, um darüber zu schreiben.

Was ist ein Key Visual?

Der Begriff Key Visual ist mir in den letzten Monaten immer wieder in unterschiedlichen Kontexten begegnet. Dennoch verstehe ich bis heute nicht so recht, was sich hinter einem Key Visual verbirgt, weil dieser Begriff je nach Kontext eine andere Bedeutung zu haben scheint. Zum Glück schreibt auch

Martina Grigoleit: Graphic Recording. Das 1×1 der Live-Visualisierung

über Key Visuals und schenkt uns damit nun die Gelegenheit, diesem Begriff heute auf den Zahn zu fühlen.

Was ist ein Key Visual?

Heute hält unser Lexikon keinen Eintrag für uns bereit, weshalb wir an dieser Stelle das großartige Internet bitten werden, uns in Sachen Key Visual auf die Sprünge zu helfen. Zu meiner großen Freude lässt sich das Internet nicht lange bitten und hält in Sachen Key Visual viel Input für uns bereit:

Wow, so viele Key Visuals.
  • Laut dieser Webseite sind die lila Kuh von Milka, das Plüschhäschen von Duracel und das Michelin Männchen Beispiele für Key Visuals.
  • Diese Agenturseite versteht unter einem Key Visual den angebissenen Apfel von Apple und den netten Bären von Bärenmarke.
  • Auch beim Fuchs von Schwäbisch Hall und der roten Mühle bei Rügenwalder handelt es sich laut dieser Webseite um Key Visuals.
  • Laut diesem Lexikon ist sogar der Malboro Man ein Key Visual.

Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber ich habe noch immer keine so genaue Vorstellung davon, was genau nun eigentlich ein Key Visual ist. Daher ziehe ich mich an dieser Stelle auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zurück, der mir auf der Dudenwebseite unter Keyvisual begegnet ist:

„optisches Zeichen, Motiv als Schlüsselreiz“.

Ein Key Visual kann demnach alles Mögliche sein, es muss sich lediglich um irgendeine Art von Bild handeln, das einen Reiz auslöst.

Key Visual im Graphic Recording

Graphic Recorder sind Magier und der Stift ist ihr Zauberstab.

Unsere Autorin erweitert die Reihe der Beispiele zu Key Visual noch um einige weitere Elemente. Unsere Autorin ist Graphic Recorderin, das bedeutet, sie zeichnet auf Veranstaltungen gigantisch große Leinwände voll und hält auf diesen den Inhalt der Veranstaltungen fest. Ich finde, dass es etwas Meditatives hat, einem Graphic Recorder bei der Arbeit zuzusehen und frage mich schon lange, wie ein Mensch es schafft, zuzuhören und binnen kürzester Zeit eine meterlange Wand sinnvoll zu füllen.

In einem Graphic Recording kann das Key Visual laut unserer Autorin alles sein:

  • ein Schiff,
  • ein Leuchtturm,
  • eine Weltkugel,
  • ein Spotlight,
  • eine Landschaft,
  • eine Bildmetapher wie ein Eisberg, bei dem wir nur 20 % des Berges sehen können, weil der Rest unter Wasser ist.

Das Key Visual in einem Graphic Recording ist das Hauptbild der Zeichnung. Es kann laut unserer Autorin bis zu einem Drittel des gesamten Werkes einnehmen.

Nach der Beschreibung unserer Autorin frage ich mich nun, was ein Key Visual von einem Layout unterscheidet. Denn sowohl der Eisberg, als auch der Leuchtturm sind hervorragende Layouts für Flipcharts, die ich gern verwende. Doch natürlich ist ein Flipchart kein Graphic Recording und vielleicht liegt hierin der Unterschied der Begrifflichkeiten.

Fazit

Irgendwie hatte ich die Hoffnung, heute eine zufriedenstellende Antwort auf meine Frage zu bekommen und habe das Gefühl, dass sich meine Hoffnung nicht ganz befriedigend erfüllt hat. Solltest Du eine klar verständliche und gut greifbare Definition eines Key Visuals haben, freue ich mich darüber, wenn Du diese mit mir teilst.

Ein optischer Schlüssel mit unterschiedlichen Aufgaben.

Ich merke mir für den Moment einfach, dass ein Key Visual eine Art optischer Schlüssel ist, der je nachdem wo er zum Einsatz kommt, eine andere Aufgabe erfüllt. So kann der Schlüssel in der klassischen Werbung dafür sorgen, dass wir eine Marke erkennen, ohne dass wir das Logo gesehen oder den Markennamen gehört haben. Im Graphic Recording dagegen hilft uns der Schlüssel das Thema des gigantischen Bildes schneller zu erfassen.

In meinen Augen macht es Sinn, um eine Erläuterung des Begriffes zu bitten, wenn dieser in einem Gespräch auftaucht. So können wir verhindern, dass wir beim gleichen Begriff an zwei völlig unterschiedliche Dinge denken.