3,8 min readPublished On: 18. August 2022By Tags: , , , , Categories: Bücher, Wissen

Weißt Du, was eine Akerlof-Spirale ist?

Das lese ich zum ersten Mal.

Diese Spirale ist mir zum ersten Mal in

Gunter Dueck: Heute schon einen Prozess optimiert?. Das Management frisst seine Mitarbeiter, S. 24,

begegnet. Unser Autor beschreibt die Akerlof-Spirale als

„eine Abwärtsspirale von immer mehr Produkten mit immer schlechterer Qualität“.

In seinem Buch beschreibt er folgenden Prozess:

  1. Qualitätszusagen von Produkten werden von Unternehmen nicht mehr eingehalten.
  2. Die Regierung erlässt Vorschriften und Prüfungen.
  3. Die Unternehmen leiden unter zusätzlichem bürokratischem Aufwand.
  4. Die Produktivität sinkt, weil Mitarbeiter einen Teil ihrer Arbeitszeit dafür brauchen, die Vorschriften und Prüfungen der Regierung zu erfüllen.
  5. Das Management blickt besorgt auf die Zahlen und treibt die Mitarbeiter zu höherer Produktivität an.
  6. Die Mitarbeiter sind so sehr mit den Themen Qualität und Quantität beschäftigt, dass sie keine Zeit mehr für den Kunden haben.
  7. Der Kunde fühlt sich schlecht behandelt und wird illoyal.

Da ich mir nicht absolut sicher bin, ob diese 7 Schritte die Akerlof-Spirale beschreiben, und ich zudem neugierig bin, wer oder was Akerlof ist, werden wir nun das Internet zu diesem Thema befragen.

Wer oder was ist Akerlof?

Hallo, ich bin George und ich habe einen Nobelpreis.

Das Internet verrät uns, dass Akerlof kein was, sondern ein wer ist. Der 1940 geborgene Wirtschaftswissenschaftler George A. Akerlof erhielt 2001 zusammen mit A. Michael Spence und Joseph E. Stiglitz den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Mit dem Preis wurden Ihre Forschungen zum Thema Märkte mit asymetrischen Informationen geehrt. Bei diesen Märkten geht es im Kern darum, dass eine Seite mehr Informationen hat als die andere Seite. Ein Gebrauchtwagenhändler weiß mehr über den Wagen als der Käufer, ein Kreditnehmer mehr über seine Fähigkeit, einen Kredit zu begleichen als die Bank.

Die asymmetrischen Informationen sorgen im Gebrauchtwagenmarkt laut Akerlof dafür, dass großartige Gebrauchtwagen zu hohen Preisen nicht gekauft werden, weil der Käufer nicht sicher ist, ob mit dem Wagen wirklich alles okay ist. Der Verkäufer merkt, dass er den Wagen zu seinem Wunschpreis nicht verkaufen kann und zieht sich vom Markt zurück. Der Käufer sucht sich einen Wagen, der einen geringeren Preis hat und er damit ein geringeres Verlustrisiko eingeht, auch wenn sich dieser Wagen (wie der Käufer befürchtet) doch als Schrottkarre erweist. In diesem Szenario kauft der Kunde eine Schrottmühle, weil er sich vor dem Kauf einer Schrottmühle zum überhöhten Preis schützen möchte.

So viel zu Akerlof und seinem Nobelpreis. Lass uns nun einmal schauen, worum es bei der Spirale unseres Wirtschaftswissenschaftlers geht.

Wie genau funktioniert die Akerlof-Spirale?

Dank unseres Autors wissen wir, dass es bei der Spirale um Produkte mit immer schlechterer Qualität geht. Nun ist es Zeit herauszufinden, wie diese Spirale im Detail funktioniert.

Ich möchte ein schönes Auto.

Das Internet verrät uns, dass das gerade geschilderte Verhalten der Gebrauchtwagen-Käufer und -Verkäufer die Akerlof-Spirale beschreibt. Weil ein hochwertiger Wagen aufgrund des hohen Preises nicht gekauft wird, wird er nicht mehr angeboten. Weil günstige Wagen gekauft werden, werden immer mehr günstige Wagen angeboten. Am Ende gibt es nur noch günstige Wagen, die nicht die erwartete Qualität haben. Und damit haben wir einen Markt mit immer mehr Produkten mit immer geringerer Qualität.

Zum Glück müssen wir dieses Marktversagen laut Spektrum.de nicht einfach hinnehmen. So können Anbieter hochwertiger Gebrauchtwagen einfach eine Garantie geben. Da sie wissen, dass ihr Wagen gut ist, gehen sie mit der Garantie ein geringes Risiko ein, schenken dem Verkäufer damit aber die Sicherheit, die er braucht, um einen höheren Preis zu zahlen. Die Garantie sorgt dafür, dass der Käufer am Ende nicht mit einer Schrottkarre dastehen sollte. Ist dies doch der Fall, dann kann er diese dem Verkäufer zurückgeben.

Fazit

Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber ich finde diese Spirale sehr spannend, weil sie mein Kaufverhalten stark beeinflusst. Tatsächlich gibt es nur wenige Produkte, für die ich gern viel Geld ausgebe. Tatsächlich gebe ich gern Geld aus, wenn die Hersteller mir die Qualität garantieren. Für meinen Herd und meine Küchenmaschine habe ich mehr Geld ausgegeben, weil beide Hersteller mir viele Jahre Garantie gewährten.

An dieser Stelle bin ich neugierig. An welchen Stellen hattest Du mit der Akerlof-Spirale schon einmal Kontakt?