Weißt Du was eine Sandbox ist?

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Sandkästen sind nicht nur für Kinder

WERBUNG: Das Buch, das diesen Beitrag inspiriert hat, habe ich als Rezensionsexemplar vom Redline Verlag erhalten. Das bedeutet, ich habe das Buch zur Verfügung gestellt bekommen, um darüber zu schreiben.

Auch wenn der Begriff Sandbox das englische Wort für Sandkasten ist, geht es heute nicht um Kinder. Ich habe schon lange vor herauszufinden, was Entwickler meinen, wenn sie von der Sandbox sprechen und dank

Veronika Bellone & Thomas Matla: Glücklich mit Tiny Start-ups. Warum kleine Unternehmen das nächste GROßE DING sind

setzen wir dieses Vorhaben heute in die Tat um.

Sandboxen in der digitalen Welt

In den letzten Jahren ist mir der Begriff in Gesprächen mit Entwickler häufiger begegnet, doch irgendwie habe ich nie den Mut aufgebracht zu fragen, was genau eine Sandbox eigentlich ist. Ich dachte wohl, dass ich die Erklärung eh nicht verstehen würde.

Doch wie es scheint habe ich mich geirrt. Meine kurze Internetrecherche ergab, dass die Sandbox keine wahnsinnig komplizierte Entwicklungsmethode ist, die kein Mensch versteht.

Ein Sandkasten ist zum Austoben da.

Um zu verstehen, was sich hinter der Sandbox verbirgt, brauchen wir nur an einen Sandkasten für Kinder zu denken. In einem Sandkasten dürfen Kinder Dinge tun, die ihnen außerhalb des Sandkastens verboten sind, weil sie uns stören würden. Sie dürfen buddeln, ihr Spielzeug wild im Sandkasten verteilen und sich austoben, da der Sand dafür sorgt, dass die Kinder im Fall der Fälle weich fallen und der Kasten dafür sorgt, dass das beim Spielen gestiftete Chaos in einem überschaubaren räumlichen Rahmen bleibt.

Im Grunde genommen ist eine digitale Sandbox das gleiche wie ein Sandkasten für Kinder. Der Unterschied ist, dass es sich hier nicht um Kinder mit ihren Spielsachen handelt, sondern um Programme oder Dateien und die Sandbox hier ein abgesteckter Teil des Computers ist, aus dem diese Programme und Dateien nicht herauskönnen.

Eine Sandbox schützt den Computer vor Gefahren.

Die Nutzung einer Sandbox macht zum Beispiel dann Sinn, wenn wir uns nicht sicher sind, ob eine Datei schädlich ist. Dank der Sandbox können wir die Datei öffnen, ohne dass wir Gefahr laufen, dass unser Computer durch die Datei beschädigt wird. Sollte die Datei einen Schaden anrichten, dann beschränkt sich dieser auf die Sandbox.

Am häufigsten kommt die digitale Sandbox in der Software-Programmierung zum Einsatz. Dank der Sandbox können Programmierer ihre noch nicht ganz fertigen Softwareprogramme testen, ohne sich Gedanken darüber zu machen, dass diese Schaden am eigenen System anrichten.

Sandboxen in der realen Welt

Hast Du schon mal eine App am Bahnhof getestet

Dank unserer Autoren habe ich gelernt, dass es auch eine Sandbox in der realen Welt gibt. Diese Sandbox befindet sich allerdings nicht irgendwo in der Pampa, wo sie keiner findet, sondern mitten im Züricher Hauptbahnhof. Während Softwareentwickler mit Hilfe einer Sandbox Programme und Dateien testen, werden in der Schweizerischen Bundesbahn Sandbox (SBB) Apps getestet, die noch nicht die Marktreife erlangt haben. Die Sandbox fungiert hier also als Testlabor und die Reisenden sind aufgrund ihrer schieren Masse und ihrer großen Vielfalt die perfekten Tester.

Ich finde die Vorstellung genial, mir am Bahnhof die Zeit damit vertreiben zu können einen Blick in die digitale Zukunft zu werfen und hoffe, dass sich der Berliner Hauptbahnhof das Schweizer Modell zum Vorbild nimmt.