Weißt Du was Entelechie ist?

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Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber Entelechie klingt in meinen Ohren so frei erfunden, dass ich gerade kurz den Impuls hatte, sofort zum Wörterbuch zu greifen, um zu überprüfen, ob es den Begriff überhaupt gibt. Doch da es keinen Grund dafür gibt, zu unterstellen, dass unser heutiger Autor

Jorge Bucay: Liebe mit offenen Augen

Was verbirgt sich hinter Entelechie?

einfach Begriffe erfindet, konnte ich diesem Impuls gerade noch widerstehen. Jorge Bucay hat die Gabe unglaublich schöne und inspirierende Bücher zu schreiben. Ich finde das fantastisch, denn immerhin ist der Mann Psycho- und Gestalttherapeut und gehört damit eigentlich zu jenen Menschen, die ihre Wichtigkeit und Intelligenz gern durch die Verwendung von Fachbegriffen betonen. Doch manchmal rutscht selbst dem Besten mal ein Fachbegriff durch, und daher freue ich mich nun darauf, gemeinsam mit Dir herauszufinden, was sich hinter Entelechie verbirgt.

Wilde Bedeutungsspekulation

Heute können wir die Sache mit der Bedeutungsspekulation ganz kurzhalten, da der Begriff auf den ersten Blick aus einem deutschen und einem spanischen Wort besteht:

  • Ente – deutsch für einen watschelnden und fliegenden Vogel
  • Leche – spanisch für Milch
Hey, ich bin keine Ente.

Die heutige Bedeutungsspekulation lautet also, dass Entelechie Entenmilch bedeutet. Allerdings habe ich das Gefühl, dass diese Spekulation rein gar nichts mit der wahren Bedeutung zu tun haben wird. Doch wer weiß, vielleicht entpuppt sich unsere Entenmilch als perfekte Eselsbrücke, um sich diesen Begriff zu merken. Lass uns nun also schauen, was sich wirklich hinter diesem Begriff verbirgt.

Was das Lexikon sagt

Als ich gerade unser Lexikon aufschlug, stockte mir kurz der Atem, weil ich auf den ersten Blick keinen Eintrag für Entelechie entdecken konnte. Doch zu meiner großen Freude hatte ich mich nur verguckt und folgenden kurzen Lexikon-Eintrag lediglich übersehen:

Entelechie, die; -, -n [lat. Entelechia < griech. entelécheia = das wirkliche Tätigsein, zusger. aus: entelès échein = vollständig besitzen] (Philos.): die sich im Stoff verwirklichende Form, im Organismus liegende Kraft, die seine Entwicklung u. Vollendung bewirkt. 

Das Zeit Lexikon. Mit dem Besten aus der Zeit, Band 17, S. 634.
Ich verstehe nur Bahnhof.

Heute ist einer jener seltenen Tage, an denen ein Lexikoneintrag bei mir mehr Verwirrung stiftet, als Klarheit schafft. Obwohl wir es mit mehr als einer Bedeutung des Wortes zu tun haben, verstehe ich keine Einzige von ihnen. Zum Beispiel verstehe ich nicht, was das „wirkliche Tätigsein“ sein könnte. Gibt es ein unwirkliches Tätigsein? An dieser Stelle kann uns wohl nur noch das Internet weiterhelfen.

Was das Internet sagt

Ich war einmal eine Raupe.

Zu meiner großen Freude hat das Internet eine Antwort für uns, die auf den Teil „im Organismus liegende Kraft, die seine Entwicklung u. Vollendung bewirkt“ eingeht. Laut Wikipedia ist mit Entelechie die Tatsache gemeint, dass eine Raupe zu einem Schmetterling werden kann. Obwohl man es der Raupe nicht ansieht, ruht in ihr die Kraft, sich zu einem wunderschönen Schmetterling zu entwickeln.

Fazit

Ist es nicht schön zu wissen, was sich hinter Entelechie verbirgt? Mir fehlt zwar ein wenig die Fantasie, wann ich diesen Begriff je verwenden könnte, aber vielleicht hast Du ja an dieser Stelle einen Tipp für mich.

Warte mal, bin ich Entenfutter?

Was ich heute genial finde, ist dass unsere völlig frei erfundene Eselsbrücke mit ein wenig Fantasie doch etwas mit der Bedeutung des Begriffes zu tun hat. Denn irgendwie ruht doch auch in Entenmilch die Kraft, einen Organismus (das Entenbaby) zu vollenden. Okay, wenn ich so darüber nachdenke fällt mir auf, dass Enten Vögel und keine Säugetiere sind. Diese kleinen flauschigen Enten vertilgen von Tag eins an echtes Futter.

Doch bevor dieser Beitrag nun zu einer Biologiestunde mutiert, verabschiede ich mich an dieser Stelle und wünsche Dir einen fantastischen Start in den Tag.