Weißt Du was Koloraturen sind?

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Normalerweise hätte ich diesen Begriff wahrscheinlich überlesen, weil ich mir sicher gewesen wäre, dass er etwas mit Farbe zu tun hat, schließlich steckt auf den ersten Blick das englische Wort colour in diesem Begriff. Allerdings wurde ich hellhörig, weil der Autor von

Thomas A. Harris: Ich bin o.k. – Du bist o.k.. Wie wir uns selbst besser verstehen und unsere Einstellung zu anderen verändern können – Eine Einführung in die Transaktionsanalyse

Das hat etwas mit Tönen zu tun.

schreibt, dass Koloraturen tönen wie xy. Koloraturen müssen also irgendetwas mit Tönen zu tun haben, und wir werden heute gemeinsam herausfinden, was das ist.

Wilde Bedeutungsspekulation

Töne und Musik gehören so gar nicht zu meinem Fachgebiet. Mein Musikgeschmack hat sich seit meinem 15. Lebensjahr nicht weiterentwickelt, und Jan Delay hat in meiner Wahrnehmung eine großartige Stimme. Daher ist mein Wissen in diesem Bereich sehr begrenzt. Ich meine mich aber zu erinnern, dass ich schon einmal etwas von Klangfarbe gehört habe. Somit lautet die nicht so wilde Bedeutungsspekulation für heute: Koloratur bedeutet Klangfarbe.

Wäre mir das mit der Klangfarbe gerade nicht eingefallen, hätten wir übrigens heute spekuliert, dass Koloraturen bedeutet, dass Koalas Radtouren machen. Doch wir schweifen ab. Es ist an der Zeit herauszufinden, was unser großartiges Lexikon zu unserer Idee mit den Klangfarben sagt.

Was das Lexikon sagt

Beim ersten Überfliegen des folgenden Lexikon-Eintrages zu Koloraturen war ich kurz verwirrt.

Koloratur, die; -, -en [ital. Coloratura = Ausmalung, Verzierung, zu: colorare, ­kolorieren] (Musik): mit Läufen u. Sprüngen versehene Passage einer Arie: die Partie der >>Königin der Nacht<< enthält viele -en; K. singen (im Gesang Koloraturen ausführen).

Das Zeit Lexikon. Mit dem Besten aus der Zeit, Band 18, S. 1329.
Das klingt irgendwie sehr schrill.

Doch dann schmunzelte ich, als ich feststellte, dass der Begriff sowohl aus der Farb- als auch aus der Tonwelt stammt. Heute lagen wir sowohl mit der ersten Intuition als auch mit der ersten Spekulation absolut richtig. Sachen gibt’s… Da unser Lexikon-Eintrag die Arie der „Königin der Nacht“ aus der Mozart-Oper „Die Zauberflöte“ erwähnt, habe ich diese kurz im Internet gesucht, und es geschafft, 1:36 Minuten zuzuhören. Ich weiß jetzt wie sich eine Koloratur anhört (es hört sich an, als ob jemand die Tonleiter rauf und runter tanzt), und ich weiß wieder, warum ich kein Fan von Arien bin. Die hohen Töne, die diese Menschen erreichen, sind unglaublich beeindruckend, klingeln mir aber so sehr in den Ohren, dass ich mir diese am liebsten zuhalten möchte.

Mit diesem neuen Wissen über Koloraturen wünsche ich Dir nun einen großartigen Start in den Tag. Ich bin gespannt, wann Du dieses Wissen einsetzen wirst und freue mich auf Deine Berichte.