Weißt Du, was kontemplative Erziehung ist?
Obwohl wir dank diesem Beitrag bereits wissen, dass Kontemplation

„konzentriert beschauliches Nachdenken u. geistiges Sichversenken in etw.“
bedeutet, habe ich keine Ahnung wie genau eine kontemplative Erziehung ausschauen könnte. Diese ist laut
Ronald Colman: Was wirklich zählt. Plädoyer für eine nachhaltige und gerechte Wirtschaft
eines der 5 Schlüsselelemente für das Bruttonationalglück (BNG), das Bhutan seit 1972 dank seines Königs Wangchuck dem Vierten misst. Während Deutschland anhand des Bruttosozialproduktes beurteilt, ob es dem Land gut oder schlecht geht, setzt Bhutan auf das Bruttonationalglück als Messgröße.
2009 bekam Ronald den Auftrag, das Bildungssystem in Bhutan unter die Lupe zu nehmen und mit Hilfe von Spezialisten aus dem Bereich der alternativen Bildung eine „Education for GNH“, also eine Erziehung für das Bruttonationalglück auf die Beine zu stellen. Er schreibt:
„Wir fanden fünf Schlüsselbereiche, die in hohem Maße zu den BNG-Prinzipien passten, aber in den bestehenden Lehrplänen und Schulbüchern nicht vorkamen:
– ganzheitliche Bildung, Bildung, die kognitive Forschung mit Wissen verbindet, das durch Gefühle, Sinne und praktisches Tun gewonnen wird
– kontemplative Erziehung, die Erkenntnis mit Kontemplation und meditativer Einsicht verbindet
– kritisches Denken, das Argumentation und Analyse lehrt, damit die Schüler nicht einfach glauben, was man ihnen sagt, sondern Fakten selbständig hinterfragen, überdenken und erforschen können
– indigenes Wissen, das alte Weisheit in die Kernlehrpläne einbringt
– Nachhaltigkeitserziehung, die den Respekt vor der Natur und ein Leben im Einklang mit den Naturprozessen lehrt“
S. 300.
Mit den Punkten 1,3,4 und 5 kann ich etwas anfangen, nur bei Punkt 2 habe ich keine Ahnung, wie es in der Praxis ausschauen könnte. Also schauen wir uns das Thema im Rahmen unserer heutigen Recherche einmal etwas genauer an.

Was das Internet sagt
Bei Themen wie dem heutigen ist es für mich immer etwas schwierig, die Seriosität von Webseiten zu beurteilen, die Inhalte zu diesem Thema bereitstellen. Mir fehlt einfach das fachliche Wissen, um beurteilen zu können, ob die Texte nur etwas verkaufen wollen, oder tatsächlich sinnvolle Antworten enthalten.
Daher habe ich mich bei unserer heutigen Suche bewusst auf Webseiten von Institutionen wie der Universität Wien konzentriert. Auf deren Webseite habe ich das folgende PDF entdeckt
und den ersten Beitrag überflogen. Die Autorin beschäftigt sich in ihrem Beitrag zwar nicht mit kontemplativer Erziehung, sondern mit kontemplativer Pädagogik. In meiner Wahrnehmung ist Erziehung ein Teil der Pädagogik, daher glaube ich, dass die Informationen hilfreich für die Beantwortung unserer heutigen Frage sind.
Caroline stellt in ihrem Text zunächst einmal klar, dass kontemplative Pädagogik keine neue Erfindung ist, sondern etwas, das lange Zeit ein fester Bestandteil der Bildung war. Denn als Bildung noch primär in Klöstern stattfand, war Kontemplation ein fester Bestandteil des Schulalltags.
Mit dem Fortschritt der Wissenschaft und der Entscheidung, Religion und Bildung zu trennen, fielen die kontemplativen Elemente einfach weg, stattdessen wurde der Fokus auf das Lernen gelegt.
Dass Themen wie die Kontemplative Erziehung heute wieder hoch im Kurs stehen, ist der Digitalisierung zu verdanken. Smartphones, Tablets und Computer sorgen dafür, dass schnelle Unterhaltung immer nur einen Klick entfernt ist. Die Struktur der Onlineangebote ist dabei so ausgerichtet, dass der Mensch, der sie nutzt, sie möglichst lange nutzt. Dadurch sind stille Momente oder gar langweilige Momente aus dem Alltag vieler Menschen verschwunden. Wenn lange Weile aufkommt, springt die Onlinewelt ein und sorgt für Unterhaltung.
Bei der kontemplativen Erziehung geht es darum, die Momente der Stille wieder in den Alltag der Lernenden zurückzubringen. Momente, in denen die Menschen in Ruhe nachdenken können, Momente zum Reflektieren, Momente, in denen über den Sinn und Unsinn des Lebens nachgedacht werden kann.
Fazit
Ich bin überrascht, dass ich keine seriösen Quellen zum Thema kontemplative Erziehung gefunden habe, und wir uns aus diesem Grund mit einem Text zur kontemplativen Pädagogik zufriedengeben mussten. Ich bin mir nicht sicher, ob wir unsere heutige Frage wirklich beantworten konnten.
Daher schauen wir uns noch einmal an, was genau Ronald zu dem Thema geschrieben hat:
„kontemplative Erziehung, die Erkenntnis mit Kontemplation und meditativer Einsicht verbindet“
Wenn ich den Satz jetzt noch einmal lese, habe ich das Gefühl, dass Ronald das Thema in diesem Satz bereits komplett definiert hat. Bei der kontemplativen Erziehung geht es wahrscheinlich nur darum, aktiv darauf zu achten, dass Kinder stille Zeiten haben, in denen sie das gelernte in Ruhe für sich verarbeiten können und das Gelernte hinterfragen können.
An dieser Stelle bin ich neugierig: Wie ist Deine Wahrnehmung von Erziehung? Meinst Du, Kinder in Schulen könnten von Kontemplation und meditativer Einsicht profitieren?
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Das Buch, das diesen Beitrag inspiriert hat, habe ich als Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten. Das bedeutet, ich habe das Buch kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen, um darüber zu schreiben.
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