Weißt Du, was konterkarieren bedeutet?
Heute geht es um einen Begriff, der mir schon so oft begegnet ist, dass ich nicht einmal bemerkt habe, dass ich seine Bedeutung nicht in Worte fassen kann. Ich habe nur eine vage Vorstellung davon, warum etwas, das konterkarierend ist, störend sein soll. Dank der Autorin

Cathy Narriman: Das Gerne-Prinzip. Jobsuche auf den Kopf stellen
werden wir der genauen Bedeutung des Begriffes heute auf den Grund gehen. Sie schreibt:
„Selbst wenn solche Praktiken hoffentlich nicht die Regel sind, verleitet die Bewertungskultur systematisch dazu, den eigentlichen Sinn der Sache zu konterkarieren: im Zweifelsfall werden sowohl wichtige Aufgaben nicht mehr optimal erledigt als auch die Mitarbeitenden gestresst, weil sie immer wieder bewertet und gegebenenfalls vor neue Herausforderungen gestellt werden, sobald sie sich in der aktuellen bewiesen haben.“
S. 73.
Bevor wir zum Lexikon greifen und unserer eigentlichen Frage nachgehen, schauen wir uns kurz an, von welchen Praktiken Cathy hier spricht.
Wenn das Peterchen Prinzip überlistet wird
Vor einer ganzen Weile haben wir das Peterchen Prinzip kennengelernt, das besagt, dass ein Mensch, der einen großartigen Job macht, so lange befördert wird, bis er auf einer Position ankommt, der er nicht gewachsen ist. In dieser Position bleibt er dann, weil seine Leistungen zu schlecht sind, um weiter befördert zu werden.
Getreu dem Motto: Es gibt keine dummen Menschen, es gibt nur dumme Systeme, tendieren Menschen dazu, dumme Regeln zu umgehen. Um genau eine solche Umgehung geht es in Cathys Zitat. In der ein oder anderen Organisation gibt es Menschen, die dumme Regeln umgehen wollen.

Aus diesem Grund gibt es Chefs, die den besten Menschen in ihrem Team keine Bestnoten ausstellen, damit diese nicht wegbefördert werden. Ein sehr gutes Mitglied des Teams wird im jährlichen Mitarbeitergespräch (teils sogar auf Wunsch des Mitarbeitenden) mit gut statt sehr gut bewertet, damit das Teammitglied bleiben darf. Chefs, die das System komplett durchgespielt haben, gehen noch einen Schritt weiter: Sie verteilen Bestnoten an diejenigen, die sie nicht mehr im Team haben wollen, damit diese aufgrund ihrer vermeintlich großartigen Leistungen wegbefördert werden.
Solche Chefs haben das Beste für sich und ihr Team im Sinn und konterkarieren damit das Bewertungssystem des Unternehmens. Zudem kann es auch sein, dass sich Mitarbeiter, so wie in Cathys Zitat beschrieben, gegen das System wenden, indem sie aus Angst vor einer Beförderung absichtlich nicht ihr Bestes geben.
Nachdem wir nun wissen, in welchem Kontext unser heutiger Begriff auftaucht, ist es an der Zeit, unser Lexikon nach dessen Bedeutung zu befragen.
Was das Lexikon sagt
Unser Lexikon hilft uns heute mit zwei Einträgen weiter.
konterkarieren [frz.], hintertreiben, durchkreuzen.
Das Zeit Lexikon. Mit dem Besten aus der Zeit, Band 08, S. 187.
kon|ter|ka|rie|ren <sw. V.; hat> [frz. contrecarrer] (bildungsspr.): hintertreiben, durchkreuzen: eine Politik, jmds. Maßnahmen k.
Das Zeit Lexikon. Mit dem Besten aus der Zeit, Band 18, S. 1351.
Unser heutiger Begriff stammt also aus dem Französischen. Mein Schulfranzösisch reicht aus, um zu wissen, „contre“ bedeutet „gegen. Dank des Wörterbuch leo weiß ich, „carrere quelque chose“ bedeutet „etwas behauen“. Das passt in meinen Augen fast noch besser als die Übersetzung des eigentlichen Begriffes, denn die Menschen aus dem Beispiel des „Peterchen Prinzip“ klopfen das dumme System so zurecht, dass sie ihre besten Menschen nicht verlieren.
Fazit
Wir wissen nun, was konterkariert bedeutet. Jene, die das Peterchen Prinzip umgehen, durchkreuzen den Sinn der Bewertungskultur.
Was ich (wie Du wahrscheinlich schon gemerkt hast) viel spannender finde ist der Umgang mit dummen Systemen. Wie gehst Du mit diesen um? Befolgst Du sie, konterkarierst Du sie, oder hast Du einen ganz anderen Umgang mit solchen Systemen?
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Das Buch, das diesen Beitrag inspiriert hat, habe ich als Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten. Das bedeutet, ich habe das Buch kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen, um darüber zu schreiben.
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