Weißt Du, was Ta Moko sind?
Heute geht es um einen Begriff, der mir noch nie zuvor begegnet ist. Dank der Autorin

Elisabeth R. Hager: Ich muss ein Maulwurf sein. In: Katharina Bendixen, David Blum, Barbara Peveling, Sibylla Vričić Hausmann (Hrsg.): other writers need to concentrate
vermute ich, dass Ta Moko Tatoos sein könnten. Sie schreibt:
„Mein Mann führt die Erinnerung an seine Vorfahren auf seinem Körper mit sich wie einen eingravierten Pass. Ta Moko. Verschlungene Gemälde aus Tinte und Blut, die eine ganz bestimmte Geschichte erzählen.“
S. 30.
Zudem verrät sie uns, dass ihr Opa in den Tiroler Bergen der kleinen Elisabeth von den Maori in Neuseeland erzählt hat. Auch erfahren wir, dass Elisabeths Kind Dräppe statt Treppe sagt. Ich vermute daher, dass Elisabeth einen Maori geheiratet hat und mit diesem und ihrem Kind in Sachsen lebt. Die Ta Moko könnten also Maori Tatoos sein. Ob dem so ist, wird uns nun hoffentlich unser Lexikon verraten.
Was das Lexikon sagt
Nichts. Das Lexikon kann uns nicht verraten, was Ta Moko sind.
Wer ist Elisabeth R. Hager?

Bevor wir uns nun ins Internet stürzen und es zu unserem heutigen Begriff befragen, schauen wir uns schnell an, ob meine Vermutungen über Elisabeth richtig sind.
Elisabeth wurde 1981 in Tirol geboren und ist Schriftstellerin, Klangkünstlerin und Radiomacherin. Das Internet verrät uns nichts über den Ehemann von Elisabeth, also wissen wir nicht, ob er ein Maori ist. Wir erfahren lediglich, dass sie mit ihrer Familie in Berlin lebt. Meine Annahme bezüglich Sachsen war also falsch.
Was das Internet sagt
Die Webseite des Museums von Neuseeland verrät uns, neben dem, was wir schon dank Elisabeth wissen, dass Ta Moko eine Art des Tätowierens aus Neuseeland ist und wie diese funktioniert. Hier sind auch Werkzeuge zu sehen, mit denen die Tattoos im 19. Jahrhundert gestochen wurden. Durch die Kolonialisierung wurde die Tattoo-Praxis erheblich gestört, so dass die letzten Männer, die mit diesen Instrumenten tätowiert wurden, 1920 starben.
Einige Europäer waren so fasziniert von den Tattoos, dass sie tätowierte Köpfe gegen Waffen tauschten. Das führte dazu, dass es Maori gab, die andere Maori töteten, um deren Köpfe gegen Waffen zu tauschen. Traurig finde ich, dass 30 der 35 Köpfe, die Major General Horatio Robley möglicherweise auf diese Art erhielt, bis heute Teil der Kollektion des Natural History Museum of New York sind.
Ta Moko Tattoos können laut der Webseite zealandtattoo folgende Informationen enthalten:
- Rang einer Person
- Position der Person
- ihren Rang innerhalb des Unterstammes
- ihren Familienstand u.a. die Anzahl der Ehen
- die eigene Unterschrift
- die Art der Arbeit der Person
- das Ansehen der Person
- den Geburtsstatus einer Person
- Abstammung einer Person väterlicher und mütterlicherseits.
Ta Moko können übrigens nur Maori erhalten. Nicht Maori können lediglich Kirituhi erhalten, die vom Maori-Design inspiriert sind. Das bedeutet, Elisabeths Mann ist ein Maori, wenn er Ta Moko trägt.
Fazit
Wir wissen nun, was Ta Moko sind, und ich habe heute eine Menge über die Maori gelernt, mit denen ich mich noch nie wirklich beschäftigt habe. Dass es Menschen gibt, die den eigenen Lebenslauf auf der Haut tragen, war mir bisher nicht bekannt.
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