4.3 min readPublished On: 3. Februar 2021By Categories: Bücher, Wissen

Weißt Du was The Great Game of Business (GOBB) ist?

Hallo, ich bin Fließbandarbeiter und erkläre Dir gern was ein Cashflow ist.

Ist Dir schon einmal ein Fließbandarbeiter begegnet, der Dir Finanzthemen wie Cashflow und Lagerumschlagsgeschwindigkeit erklären kann? Nein, dann kennst Du wahrscheinlich keinen Fließbandarbeiter, der in einem Unternehmen arbeitet, dass im Stil des GOBB gemanaged wird. Was genau das ist, und wie es funktioniert, schauen wir uns heute dank

Kerstin Friedrich: Spielregeln für Game Changer. Den Teamgeist entfesseln durch radikale Transparenz und Gamefizierung

an.

Wer hats erfunden?

Hallo, ich bin Jack.

Der Erfinder von The Great Game of Business ist Jack Stack. Jack hat nie eine Business-School besucht und dennoch ist es ihm gelungen, ein System für die Organisationsentwicklung zu erfinden, das unsere heutige Autorin schwer begeistert hat. Um zu verstehen, wie Jack dieses Kunststück gelungen ist, schauen wir uns kurz seine Geschichte an.

Jack arbeitete in einem Unternehmen, dessen Muttergesellschaft es nicht gut ging. Irgendwann bot sich ihm und seinen Kollegen die Gelegenheit, das Unternehmen von der Muttergesellschaft zu kaufen. Und da sowohl er als auch seine 12 Kollegen an das Unternehmen glaubten, entschieden die 12, sich den Laden zu kaufen.

Jungs, wir brauchen gute Ideen.

Die erste Bestandsaufnahme des frisch gekauften Unternehmens sah nicht gut aus: Es hatte 160 Mitarbeiter, war praktisch bankrott und hatte nicht genug Einnahmen, um die monatlichen Kosten zu decken. Statt sich in seinem Kämmerchen zu verstecken und sich allein mit der Situation rumzuschlagen, kommunizierte Jack die schwierige Unternehmenslage an alle Mitarbeiter des Unternehmens und bat sie um gute Ideen für die Rettung des Unternehmens.

Weil die auch Mitarbeiter an das Unternehmen glaubten, taten sie alles in ihrer Macht stehende, um das Unternehmen zu retten und lieferten zahlreiche gute Ideen. Doch leider kostete die Umsetzung der meisten Ideen Geld, und genau das fehlte dem Unternehmen, so dass die Ideen nicht umgesetzt werden konnten.

BWL-Kurse sind bestimmt langweilig.

Jack erkannte, dass die Mitarbeiter sich in Unternehmensführung und Co. nicht gut genug auskannten, um umsetzbare Ideen liefern zu können. Statt seine Mitarbeiter nun in sterbenslangweilige BWL-Kurse zu schicken, entschied er sich, einen anderen Weg zu gehen. Er entwickelte Stück für Stück ein Modell, das heute unter dem Namen The Great Game of Business bekannt ist.

So funktioniert The Great Game of Business

Dieses Modell tut genau das, was der Name sagt. Es verwandelt die Führung eines Unternehmens in ein Spiel, das von allen Mitarbeitern gespielt wird. Doch die Sache mit einem Spiel ist die:

  • Wir können nur Spiele spielen, die wir verstehen.
  • Je besser wir das Spiel verstehen, desto besser spielen wir.

Damit The Great Game of Business in einem Unternehmen funktionieren kann, muss also im ersten Schritt dafür gesorgt werden, dass diese zwei Punkte bei jedem Spieler, also jedem Mitarbeiter im Unternehmen, erfüllt sind. Die grundlegenden Spielregeln für The Great Game of Business lauten daher für jeden Mitarbeiter:

  • Kenne die Vision Deines Unternehmens.
  • Kenne die Strategie Deines Unternehmens.
  • Kenne alle Finanzkennzahlen Deines Unternehmens.
  • Verstehe die Finanzkennzahlen Deines Unternehmens.

Nachdem die Mitarbeiter mit den Spielregeln vertraut sind, beginnen sie mit dem Spiel. Das Ziel des Spiels lautet, das Unternehmen erfolgreich zu machen und die Unternehmensziele in Form von Kennzahlen zu erreichen.

Fazit

Ich kenne das Zile.

Ich liebe die Idee, die hinter dem Great Game of Business steckt und kann mir vorstellen, dass dieses Modell in der Praxis sehr gut funktioniert. Was ich bei The Great Game of Business noch nicht genau verstanden habe, ist, wie genau die Mitarbeiter in die Lage versetzt werden, die Finanzkennzahlen des Unternehmens zu verstehen. Was mich an dem Modell begeistert, ist, dass die Ziele für Mitarbeiter greifbar werden.

Da ich viele Jahre im Vertrieb gearbeitet habe, kenne ich das Gefühl, dass sich die eigenen Ziele utopisch und an den Haaren herbeigezogen anfühlen und schnell zum Hamsterrad mutieren. Hast Du ein Ziel erreicht, wird das Ziel beim nächsten Mal ohne wirklich ersichtlichen Grund einfach höher gesteckt. Ganz anders sieht es mit Zielen aus, deren Hintergrund bekannt ist. Wenn ich als Mitarbeiter weiß, was hinter den einzelnen Zielen steckt, fühle ich mich weniger getrieben und ausgeliefert.

UPDATE 13.02.2021: In Sachen Zielsetzung gab der großartige @FCKlas diesen wertvollen Hinweis, den ich noch nie wirklich auf dem Schirm hatte: „Die Erwartungen steigen oft auch von außen, nämlich um die Interessen der Investoren/ Aktionäre zu berücksichtigen: sonst würden alle ihre Aktien verkaufen“

Laut unserer Autorin ist Jacks Unternehmen dank des Great Game of Business inzwischen auf 2000 Mitarbeiter gewachsen und befindet sich in der Hand der Mitarbeiter. Jack vertreibt sich nun seine Zeit damit, anderen Unternehmen in Seminaren die Spielregeln seines Modells beizubringen und beeindruckt diese damit, dass selbst die Putzfrauen in seinem Unternehmen jedem der es wissen will erklären können, wie Cashflow und Co. funktionieren.