5.3 min readPublished On: 9. September 2021By Categories: Bücher, Wissen

Weißt Du wer Albert Schweitzer war?

Wer war Albert doch gleich?

Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber der Name Albert Schweitzer ist mir schon so oft begegnet, dass ich eigentlich wissen müsste, was er gemacht hat. Ich bin mir sogar sicher, dass mir schon einige Male erzählt wurde, wer er war. Doch als ich bei

Thomas A. Harris: Ich bin o.k. – Du bist o.k.. Wie wir uns selbst besser verstehen und unsere Einstellung zu anderen verändern können – Eine Einführung in die Transaktionsanalyse

über folgednde Passage stolperte

„Albert Schweitzer dachte, er habe recht. Adolf Hitler dachte, er habe recht. Dass beide recht hatten, ist ein offenkundiger Widerspruch.“ S. 276.,

fiel mir auf, dass ich doch keine Ahnung habe, wer Albert Schweitzer wirklich war. Zwischen den Zeilen unseres Autors können wir herauslesen, dass Albert Schweitzer zu den guten Menschen gehörte. Deshalb freue ich mich nun darauf, gemeinsam mit Dir herauszufinden, was er getan hat.

Albert Schweitzer in Daten

Hallo, ich bin Albert und habe einen Nobelpreis.

Auf der Webseite Albert Schweitzer Heute bin ich über eine kurze Biografie gestolpert, die uns nicht nur verrät, dass Albert von 1875 bis 1965 lebte, sondert auch, dass er

Der Anfang von Alberts Biografie klingt eher langweilig. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es viele Menschen gibt, die studieren. Auch die Tatsache, dass Albert zwei Mal studiert hat, ist in meinen Augen nichts Ungewöhnliches. Spannend wird seine Biografie in meinen Augen ab dem Jahr 1905. Mir fällt spontan kein Professor ein, der seine Professur aufgegeben hat, um noch einmal zu studieren, und ich weiß, dass es nur wenige Menschen gibt, die einen Friedensnobelpreis erhalten haben. Daher schauen wir uns diese beiden Punkte in seiner Biografie nun genauer an.

Warum gab Albert seine Professur auf?

Ich bin dann mal studieren.

Hand aufs Herz: Würdest Du eine Stelle als Professor aufgeben, um noch einmal zu studieren? Ich kann mir nur schwer vorstellen, einen solchen Schritt zu gehen. Lass uns also herausfinden, warum Albert diesen ungewöhnlichen Schritt tat.

Dank seines Studiums war die Philosophie ein fester Bestandteil in Alberts Leben. Philosophen haben die spannende Fähigkeit, Antworten auf Fragen zu finden, die so Komplex sind, dass sich mir allein beim Lesen die grauen Zellen meines Gehirns verknoten. Auch Albert beschäftigte sich mit solchen Fragen, und während er damit beschäftigt war, die Antworten zu finden, fand er heraus, dass er mehr sein wollte als ein Professor. Statt sich den lieben langen Tag mit Theorien zu beschäftigen, wollte Albertetwas tun, um die Welt zu verbessern. Daher fasste Albert den Entschluss als Missionsarzt nach Afrika zu gehen, wofür er ein Studium der Medizin brauchte.

Ein Krankenhaus im Urwaldt

Mit dem abgeschlossenen Medizinstudium in der Tasche ging Albert 1913 nach Afrika und eröffnete hier ein Urwaldkrankenhaus, in welchem er viele Menschenleben rettete. Doch während Albert damit beschäftigt war, etwas Gutes zu tun, versank die Welt im Chaos des Ersten Weltkriegs. Und es dauerte nicht lange, bis Albert die Auswirkungen dieses Krieges am eigenen Leib zu spüren bekam.

Albert war Deutscher, doch sein Urwaldkrankenhaus befand sich in einer französischen Kolonie. Diese Konstellation wurde im Ersten Weltkrieg, der 1914 begann, problematisch, da sich die beiden Länder in diesem Krieg bekämpften. Für die Franzosen war es keine Option, den deutschen Feind in der eigenen Kolonie Arzt sein zu lassen. Sie stellten Albert und seine Frau Helene unter Arrest.

Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber ich wäre in dieser Situation unglaublich frustriert gewesen und hätte in dieser Situation wahrscheinlich meine Schwierigkeiten gehabt, meinen Glauben an die Menschheit zu behalten. Doch Albert nutzte die Zeit des Krieges, in der er nicht in seinem Krankenhaus arbeiten durfte und beschäftigte sich erneut mit philosophischen Fragen. Er erschuf – laut der Webseite des Mitteldeutschen Rundfunk – in dieser Zeit wahrscheinlich seine berühmt gewordene Ethik der Ehrfurcht vor allem Leben.

Was ist die Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben?

Sorry Blume, ich muss Dich futtern.

Ich glaube, dass ich heute zum ersten Mal von dieser Ethik höre. Daher habe ich versucht, im Internet herauszufinden, was es mit dieser Ethik auf sich hat. Leider habe ich keine Webseite gefunden, der es gelungen ist, Alberts Werk in 3 knackigen Sätzen zusammen zu fassen. Doch nach dem Querlesen einiger Texte glaube ich, dass der folgende Satz für Alberts Ethik zentral ist:

„Leben aus Gedanken­losigkeit, Hass oder Habgier zu zerstören, ist böse und verwerflich.“

https://albert-schweitzer-heute.de/gedanken-zur-ethik-der-ehrfurcht-vor-dem-leben/

Albert erkennt an, dass der Tod zum Leben gehört. Und es ist für ihn okay, wenn Tiere Pflanzen und andere Tiere fressen, um sich zu ernähren. Nicht okay ist dagegen, wenn ein Mensch z. B. eine Pflanze gedankenlos ausreißt oder einen Frosch aus purer Langeweile mit einer Lupe verbrennt.

Warum erhielt Albert den Friedensnobelpreis?

Wie wir gesehen haben, erfuhr Albert am eigenen Leib, wie sinnlos Kriege sind. Weil die Franzosen und die Deutschen sich bekriegten, musste Albert erleben, wie Menschen in Afrika starben, denen er nicht helfen durfte, weil sein Krankenhaus an der „falschen“ Stelle war. Von diesem Erlebnis war er so tief geprägt, dass er den Rest seines Lebens für atomare Abrüstung (u.a. an der Seite Albert Einsteins) und Frieden in der Welt kämpfte. Dieser Kampf führte schlussendlich zur Verleihung des Friedensnobelpreises.

Fazit

Heute ist wieder einer dieser Tage, an dem ich nach meiner Recherche weniger weiß, also zuvor. Zwar habe ich gelernt, dass Albert ein Professor und Friedensnobelpreisträger ist, doch fehlt mir das Wissen, worum es genau in seiner Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben geht. Positiv gesehen, habe ich heute also wieder ein Buch gewonnen, das auf meine Wunschleseliste wandert.

An dieser Stelle bin ich wie immer neugierig: Hast Du Alberts Ethik schon gelesen? Wenn ja: Was konntest Du aus ihr mitnehmen?