Weißt Du, woher der Begriff Kolonne stammt?

Heute geht es um einen Begriff, über den ich noch nie nachgedacht habe, weil er fester Bestandteil meines Wortschatzes ist. Doch dann habe ich dank dem Autor des Buches

Oh Gott, da kommt ja eine ganze Kolonne an Fragen auf mich zu.

Kenneth S. Rubin: Essential Scrum. Umfassendes Scrum-Wissen aus der Praxis,

festgestellt, dass ich ganz offenbar nicht alles über den Begriff weiß, was es zu wissen gibt. Kenneth verrät uns, dass es nicht nur die Kolonne, sondern auch den Kolonneneffekt gibt.

Was ist der Kolonneneffekt?

Zu meiner großen Freude erläutert unser Autor den mir neuen Begriff gleich im nächsten Atemzug:

„Was passiert, wenn Sie auf einer einspurigen Landstraße fahren und hinter einem großen Traktor festhängen […]? Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich hinter dem größeren, langsameren Traktor eine Kolonne bildet. Die Ursache für die Kolonne ist offensichtlich: Der Traktor versperrt die Straße (die gemeinsame Ressource).“

S. 321.

Vielleicht fragst Du Dich jetzt, warum Kenneth sich in seinem Projektmanagement Buch mit Traktoren befasst. Der Grund ist, dass er veranschaulichen will, was auf einem Kanban Board passieren kann, wenn das Product Backlog eines Scrum Teams zu große Aufgaben bzw. Produkte beinhaltet.

Was unser Autor uns nicht verrät, ist warum wir eine Kolonne eine Kolonne nennen. Lass uns doch einmal schauen, ob unser Lexikon uns diese Frage beantworten kann.

Ein Männchen möchte ein Buch mit einem Kamm durchkämmen. Das Buch schaut etwas besorgt aus.
Ich weiß genau, dass Du es weißt.

Was das Lexikon sagt

Ja, unser Lexikon kann uns mit zwei Einträgen diese Frage beantworten. Zudem liefert es noch einige Bedeutungen des Begriffs, die ich nicht kannte.

Kolonne [frz. »Säule«] die, 1) allg.: geordnete Formation. 2) chem. Technik: Trennungssäule bei der Destillation und Extraktion.

Das Zeit Lexikon. Mit dem Besten aus der Zeit, Band 08, S. 118.

Ko|lon|ne, die; -, -n [frz. colonne, eigtl. = Säule <lat. columna]: 1. A) in langer Formation marschierende Truppe: eine feindliche K.;* die fünfte K (politische Gruppe, die im Krieg o. Ä. mit dem Gegner des eigenen Landes zusammenarbeitet; nach der Antwort des Generals Mola im spanischen Bürgerkrieg auf die Frage, welche seiner vier Kolonnen Madrid einnehmen werde, wobei er mit der fünften Kolonne die Nationalen in der Stadt meinte); b) lange Formation in gleichmäßigen Abständen hintereinander fahrender [militärischer] Fahrzeuge: eine lange K. von Lastwagen, Panzern; K. fahren (durch einen Verkehrsstau o.Ä. bedingt im Schritttempo hintereinander fahren); c) in langer Formation sich fortbewegende Gruppe von Menschen: lange -n von Flüchtlingen; eine K. bilden; d) für bestimmte Arbeiten im Freien zusammengestellter Trupp: eine K. von Gleisarbeitern. 2. Senkrechte Reihe untereinander geschriebener Zahlen, Zeichen od. Wörter [einer Tabelle]. Das Zeit Lexikon.

Mit dem Besten aus der Zeit, Band 18, S. 1328f.

Fazit

Der Begriff Kolonne stammt also vom französischen Begriff für Säule ab, der sich wiederum von einem lateinischen Begriff ableitet. Viel spannender als diese Antwort finde ich allerdings, dass man den Begriff so unfassbar vielfältig nutzen kann. Bis jetzt habe ich ihn genutzt, um Zahlenkolonnen zu beschreiben, auch die Autokolonne ist mir vertraut. Von der fünften Kolonne habe ich in der Vergangenheit schon mal gehört, kannte aber die Bedeutung nicht.

Neben den ganzen Dingen, die ich heute gelernt und verstanden habe, habe ich mit der Trennungssäule wieder einen Begriff entdeckt, der mir unbekannt ist. Ich bin gespannt, ob wir in der Zukunft einmal die Gelegenheit haben werden zu erfahren, was genau das ist.

14. Juli 2025
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Das Buch, das diesen Beitrag inspiriert hat, habe ich als Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten. Das bedeutet, ich habe das Buch kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen, um darüber zu schreiben.

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14. Juli 2025
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