Weißt Du, woher der Begriff Quacksalberei kommt?
Jedes Mal, wenn mir der Begriff begegnet, frage ich mich, warum jemand Enten eincremen möchte. Dabei weiß ich, dass der Begriff einen Vorgang beschreibt, bei dem Ärztinnen keinen guten Job machen. Was ich bis heute nicht weiß, ist, woher der Begriff kommt. Genau dieser Frage gehen wir heute nach dank

Allen Frances: Normal. Gegen die Inflation psychiatrischer Diagnosen
Bevor er am Ende seines Buches sowohl über Fälle berichtet, bei denen Ärzte Schäden angerichtet haben, als auch Fälle, bei denen sie helfen konnten, schreibt er:
„Ordnungsgemäß praktiziert, ist die Psychiatrie eine immerwährende Freude und eine nützliche und überaus befriedigende Kunst. Schlecht ausgeübte Psychiatrie ist eine gefährliche Form der Quacksalberei. In die Irre gehen wir, wenn wir mehr versprechen, als wir halten können, wenn wir überdiagnostizieren und übertherapieren.“
S. 337.
Lass uns doch einmal schauen, ob unser Lexikon die Herkunft der Quacksalberei kennt.
Was das Lexikon sagt
Ja, unser Lexikon kennt die Herkunft des Begriffes:
Quack|sal|ber, der; -s, – [niederl. kwakzalver, eigtl. = prahlerischer Salbenverkäufer, zu: kwacken = schwatzen. prahlen u. zalven = salben] (abwertend): Arzt o. Ä., der mit obskuren Mitteln u. Methoden Krankheiten zu heilen versucht.
Das Zeit Lexikon. Mit dem Besten aus der Zeit, Band 18, S. 1832.
Unseren heutigen Begriff verdanken wir also der niederländischen Sprache. Der Begriff hat also nichts mit quakenden Enten zu tun, sondern mit quakenden Verkäuferinnen von Salben. Als sich im Verlauf der Zeit die Berufsbilder veränderten, übertrug sich der Begriff auch auf die Gruppe der Ärztinnen.

Fazit
Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber ich bin sehr begeistert, weil der Begriff Quacksalber tatsächlich etwas mit Quaken und Salben zu tun hat.
Was mich weniger begeistert, ist, dass mir Allens Buch viel Verwirrung geschenkt hat, indem es aufgezeigt hat, dass Diagnosen von Ärztinnen sowohl hilfreich als auch schädlich sein können. Allen gibt den Menschen, die sein Buch lesen, die Verantwortung über ihre eigene Gesundheit in die Hand. Er fordert sie auf, Diagnosen nicht einfach zu vertrauen, sondern sich Zweitmeinungen einzuholen. Gleichzeitig sollen sich Patientinnen aber vollkommen auf ihre Therapeutinnen verlassen und ihnen alles erzählen, damit diese die richtige Diagnose und Behandlung auf den Weg bringen können.
Allens Buch beschreibt, dass es in der Medizin an vielen Stellen keine wirkliche Sicherheit gibt. Es gibt einfach Diagnosen wie ein gebrochenes Bein und schwierige Diagnosen. Immer dann, wenn der menschliche Geist der Gesundheit einen Strich durch die Rechnung macht, stehen Patientinnen und Ärzte vor einer großen Herausforderung. Eine korrekte Diagnose kann hier zur Heilung führen, eine falsche Diagnose kann erheblichen Schaden anrichten. Allen stellt die Menschen, die sein Buch lesen, vor dieses Dilemma und lässt sie mit diesem anschließend allein. Das bedeutet, ich sitze nun hier und weiß noch nicht so recht, was ich mit diesem Wissen anfangen soll. Meine Motivation, Ärztinnen aufzusuchen ist durch Allen definitiv nicht gestiegen. Ich werde solche Besuche wohl auch in Zukunft wo immer möglich meiden.
An dieser Stelle bin ich neugierig. Wie sind Deine Erfahrungen mit der Medizin? Hat sie Dir und Deinem Umfeld mehr geschadet oder mehr geholfen?
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Das Buch, das diesen Beitrag inspiriert hat, habe ich als Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten. Das bedeutet, ich habe das Buch kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen, um darüber zu schreiben.
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