Wie schaffe ich es ein guter Chef zu sein?

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WERBUNG: Das Buch, das diesen Beitrag inspiriert hat, habe ich als Rezensionsexemplar vom Campus Verlag erhalten. Das bedeutet, ich habe das Buch zur Verfügung gestellt bekommen, um darüber zu schreiben.

Plötzlich Chef

Stell Dir vor, Du wachst morgens auf und plötzlich bist Du Chef. Morgens gehst Du wie jeden Tag in Dein Unternehmen und auf dem Weg dorthin ist noch alles normal, aber schon beim Öffnen der Tür ist irgendwie alles anders. Die Menschen, die gestern noch Deine Kollegen waren, sind plötzlich Deine Angestellten. Ab heute arbeitest Du nicht mehr mit Ihnen im Team, sondern bist derjenige, der sich um sie kümmert. Plötzlich nimmst Du die Welt aus einer anderen Perspektive wahr, der „Chef-Perspektive“. Plötzlich stellst Du Dir Fragen, die Du Dir vorher nie gestellt hast. Fragen wie: Wie schaffe ich es ein guter Chef zu sein?

Der Weg zum guten Chef

Vor vielen Jahren gründete Mike Fischer sein erstes Unternehmen. Damals stand auch er vor genau dieser Frage und fand die Antworten auf dieses Frage Stück für Stück im Verlauf der Zeit. Sein Weg ein guter Chef zu werden war ein langer und manchmal auch steiniger Weg. Sicherlich auch aus diesem Grund hat sich Mike dazu entschlossen über seine Erfahrungen in Büchern wie diesem

Mike Fischer: Erfolg hat, wer mit Liebe führt. Vom Egoismus zum Wir

zu schreiben und so anderen Menschen, die in seine Situation geraten ein wenig unter die Arme zu greifen. Um ein guter Chef zu werden, musste Mike die Frage beantworten: Was macht einen guten Chef eigentlich aus?

Was macht einen guten Chef eigentlich aus?

Schließe einmal die Augen und stelle Dir den perfekten Chef vor. Wie schaut er aus? Was macht er? Wie schaut Deine Antwort auf die Fragen aus? Wenn ich die Augen schließe und über die Fragen nachdenke, bekomme ich keine richtig griffige Antwort. Was ich spüre ist irgendwie wage und widersprüchlich:

Chef Wunschliste

Ein Chef muss einfach gut sein. Er muss für uns da sein, wenn wir ihn brauchen. Er muss uns Freiheiten geben, wenn wir sie brauchen. Er muss uns unsere Fehler machen lassen. Er muss da sein, wenn unsere Fehler uns in die Verzweiflung treiben. Er muss und Freiraum geben und Grenzen setzen. Er muss für Fragen da sein, darf aber nicht jede Frage beantworten, damit wir die Chance haben selbst zu lernen.

Ich weiß was ich nicht will

Ich habe keine Ahnung ob Mike seine Mitarbeiter einmal vor diese Frage gestellt hat. Was ich aber sicher weiß, ist das Mike seinen Mitarbeitern einmal folgende Frage gestellt hat: „Was stört Mitarbeiter an Ihren Chefs?“ Denn das Erstaunliche an uns Menschen ist ja, dass wir manchmal große Schwierigkeiten damit haben uns klarzumachen was wir uns wünschen, dafür in der Regel aber ganz genau formulieren können, was wir nicht wollen.

Glück

Zum Glück gibt es an dieser Stelle einen Trick, mit dem wir herausfinden können, was wir wollen: Wir schnappen uns einfach die Liste mit den Dingen, die wir nicht wollen und machen genau das Gegenteil davon. Ob Mike diesen Trick kannte als er seine Mitarbeiter fragte weiß ich nicht, was ich Dir dafür verraten kann, sind die Antworten, die seine Mitarbeiter gaben.

Was stört Mitarbeiter an Ihren Chefs?“

Auf diese Frage bekam Mike von seinen Mitarbeitern viele Antworten. Die häufigsten von Ihnen schnappte er sich und machte aus ihnen ein Plakat, auf dem nun folgende Punkte stehen:

  • Chefs, die von oben herab bestimmen.
  • Chefs, die denken, Angestellte wie Sklaven behandeln zu müssen.
  • Chefs, die denken sie seien Götter.
  • Chefs, die cholerisch sind und ihre Wut gegen einzelne Mitarbeiter richten.
  • Chefs, die nicht ehrlich zu ihren Mitarbeitern sind.
  • Chefs, die jemanden verurteilen, ohne auch seine Meinung zu hören.
  • Chefs, bei denen die Worte größer sind als die Taten.
  • Chefs, die beratungsresistent sind, weil sie die praktischen Erfahrungen ihrer Mitarbeiter zur Verbesserung von Arbeitsabläufen nicht hören wollen.
  • Chefs, die autoritär und herablassend sind.
  • Chefs, die für ihre Mitarbeiter nicht erreichbar sind.
  • Chefs, die kein Vertrauen schenken.
  • Chefs, die alles als selbstverständlich ansehen und kein Dankeschön, oder Lob über die Lippen bekommen, aber bei Kritik ganz vorn dabei sind.
Eine Mail für ein Plakat

Überschrieben ist das Plakat mit den Worten „Mensch Chef, ärgere mich nicht!“, unterschrieben ist es von Mike. Mit der Unterschrift zeigt Mike seinen Mitarbeitern, dass er sie hört und dass er sich vornimmt ihnen ein guter Chef zu sein, indem er das Gegenteil von dem tut was auf dieser Liste steht. Mike ist von seinem Plakat übrigens so begeistert, dass er sie anderen Unternehmern kostenlos zur Verfügung stellt. Ich habe auf seiner Seite zwar keinen Download Link gefunden, vermute aber, dass eine einfache Mail an ihn genügt, um an das Plakat zu kommen.

Fazit

Ein guter Chef zu sein ist eine echte Herausforderung. Jeder Mitarbeiter hat andere Bedürfnisse und andere Erwartungen an seinen Chef. Jeder Mitarbeiter entwickelt sich im Verlauf der Zeit weiter und mit ihm seine Anforderungen an seinen Chef. Aus diesem Grund gibt es leider keine einfache Antwort auf die Frage „Wie schaffe ich es ein guter Chef zu sein?“. Ein guter Anfang ist es allerding jene Fettnäpfchen zu vermeiden, in die die meisten Chefs schon einmal getappt sind und um diese zu vermeiden ist das Plakat von Mike ein guter Anfang.

Und nun bin ich wie immer neugierig: Wie sind Deine Erfahrungen? Was macht einen guten Chef aus? Was darf ein Chef nicht tun? Kennst Du einen guten Chef? Was macht ihn so besonders?

Ach ja, noch kleiner Tipp an Rande: Nicht nur Mitarbeiter werden gern gelobt. Meiner Erfahrung nach sind auch Chefs Menschen und freuen sich an der ein oder anderen Stelle über ein freundliches Danke oder die Ansage was sie besonders gut gemacht haben. Hast Du Deinen Chef schon einmal gelobt und wenn ja wofür? Bist Du als Chef schon einmal gelobt worden und wenn ja wofür?