Wir handeln freiwillig, oder?

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Herz
Herz

Ich kann mich noch gut an den Tag erinnern, an dem ich einer Frau begegnet bin, die über das ganze Gesicht strahlte, weil ihr Freund ihr  nach mehr als 5 Jahren endlich einen Heirats-Antrag gemacht hatte. Aber nicht irgendeinen Antrag in einem schnöden Restaurant, sondern einen ganz besonderen Antrag auf der Chinesischen Mauer. Die Frau schwebte auf Wolke 7 und war unendlich glücklich. Für sie ging mit diesem Antrag ganz offensichtlich ein lang gehegter Traum in Erfüllung.

Manchmal wundere ich mich, dass Ehen, die in solch glücklichen Situationen ihren Anfang nehmen in einem Rosenkrieg sondergleichen enden, in dem die eine Seite der anderen nichts schenken möchte. Doch seit dem ich

Raho J. Bornhorst & Brian Tracy: Küss den Frosch!

gelesen habe, bin ich weniger verwundert. Denn entgegen meiner Annahme, heiraten offensichtlich gar nicht alle so freiwillig, wie ich immer geglaubt habe.

Stille Post
Stille Post

Das Buch berichtet von einer Untersuchung von tausenden unverheirateten Paaren in den USA, die bereits vor der Ehe eine Eheberatung aufsuchten. Unglaubliche 38% der Untersuchungsteilnehmer sagten ihren Eheberatern ganz im Vertrauen, dass sie das Gefühl hätten, dass die Heirat ein Fehler wäre. Dennoch heirateten diese Menschen kurze Zeit später ihren Ehepartner.

Wir lassen jetzt einmal den Punkt beiseite, dass dem Buch eine Quellenangabe an dieser Stelle fehlt und gehen direkt zu der spannenden Frage über:

Warum würde ein erwachsener Mensch so etwas tun?

Urkunde
Urkunde

Die Untersuchungsteilnehmer gaben an, dass sie das Gefühl hatten, dass ihre Freunde und Familie von ihnen erwarteten, dass sie ihren Partner heiraten sollten. Diese Menschen heirateten einen Menschen, weil sie das Gefühl hatten, dass andere Menschen es von ihnen erwarteten, nicht weil sie selbst das Gefühl hatten, dass sie es wollten.

Wie freiwillig handeln wir?

Ich weiß nicht wie es Dir geht, aber mir schwirren jetzt ganz viele Fragen im Kopf herum. Kann es wirklich sein, dass so viele Menschen so wichtige Entscheidungen treffen, nur weil sie verhindern wollen, dass andere eine schlechte Meinung von ihnen haben? Treffe ich solche Entscheidungen in meinem Leben, ohne dass es mir bewusst ist? Oder ist dieses Entscheidungsmuster ein rein amerikanisches, oder ein ländliches Phänomen? Was sagst Du?