Wusstest Du, dass Sambia die Weltbank digitalisierte?

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Afrika

Die Geschichte hat mich sehr überrascht. Denn Sambia ist nicht gerade der Inbegriff der Digitalisierung – eher ganz im Gegenteil. In diesem Afrikanischen Land, das rund 17 Millionen Einwohner hat, sind mehrstündige Stromausfälle normal und das täglich.

Ich freue mich sehr darüber, heute Dank

Karolina Frenzel, Michael Müller, Hermann Sottong: Storytelling. Die Kraft des Erzählens für Unternehmen nutzen

diese erstaunliche Geschichte mit Dir teilen zu können.

Wie behandelt man Malaria?

Zum Glück gab es Internet.

1995 machte sich eine Mitarbeiterin einer Gesundheitsstation in einem Dorf in Sambia auf die Suche nach einer Behandlungsmöglichkeit für Malaria. Ihr Glück war, dass die Station seit kurzem über einen Internetanschluss verfügte, und so fand die Mitarbeiterin die gesuchten Informationen auf der Webseite des Centers of Disease Control von Atlanta. Damals war das ein erstaunliches Ereignis, denn das Internet damals hatte wenig mit dem heutigen gemein. Damals gab es weder Amazon noch Google, und wer ins Internet gehen wollte, tat das mit einem Modem, das bei der Herstellung der Internetverbindung lustige Geräusche machte. Doch obwohl das Internet damals noch in den Kinderschuhen steckte, reichte seine Struktur aus, um die gesuchte Information binnen weniger Minuten von einem Ende der Welt an das andere zu transportieren und versetzte so die Mitarbeiterin in die Lage, Menschenleben zu retten.

Doch was hat diese kleine Geschichte nun mit der Digitalisierung der Weltbank zu tun? 

Wissen teilen

Nun, diese kleine Geschichte zeigt eindrucksvoll, was Knowledge Sharing, also Wissen teilen, erreichen kann. Und diese Geschichte ereignete sich zu einer Zeit, in der die Weltbank ihr Wissen nicht im Internet zur Verfügung stellte, geschweige denn, im eigenen Intranet in einer Wissensbank organisiert hatte. Was also ein kleines Dorf in Afrika mit minimalen Ressourcen konnte (auf Wissen vom anderen Ende der Welt zuzugreifen), war damals für die Weltbank mit ihren im Vergleich dazu schier unendlichen Ressourcen nicht möglich.

Fragen, Kommunikation
Was bedeutet das für uns?

Stephen Denning, ein Berater der Weltbank, erfuhr von dieser Geschichte. Und er war so begeistert von ihr, dass er begann diese Geschichte in seine Vorträge einzubauen. Mit dieser Geschichte zeigte er seinen Zuhörern die Möglichkeiten des Internets und fragte sie gleichzeitig, was es für die Weltbank bedeuten könnte, wenn sie das Internet in ähnlicher Weise nutzen würde. Dank dieser Geschichte fingen die Menschen, über die Möglichkeiten des Internets bei der Weltbank nachzudenken. Sie erzählten die Geschichte der Mitarbeiterin aus Sambia untereinander weiter und diskutierten die Chancen der neuen Technik. So war es nur eine Frage der Zeit, bis diese Geschichte auch die entscheidenden Gremien in der Weltbank erreichte, sie für Dennings Idee zu gewinnen und das Projekt Knowledge Sharing im Unternehmen zu lancieren.

Es war also eine kleine Geschichte, die die Weltbank revolutionierte. Diese kleine Geschichte öffnete dieser Organisation die Türen in eine neue Welt. Und so wie diese kleine Geschichte eine so riesige Veränderung bewirkte, bewirken auch die Geschichten, die wir uns täglich erzählen, Veränderungen.

Mächtige Geschichten

Inspirierende Geschichten verbreiten Inspiration

Die Geschichten, die wir uns erzählen, haben unglaublich viel Macht. Nicht jede Geschichte wird so massiv viel verändern wie die Sambia Geschichte. Aber jede Geschichte, die wir erzählen, gestaltet unsere Wahrnehmung. Wenn wir Geschichten der Angst erzählen, verbreiten wir Angst. Wenn wir Geschichten der Innovation erzählen, verbreiten wir innovative Ideen und so weiter und so fort. Statt uns also negative Geschichten zu erzählen, sollten wir uns positive Geschichten erzählen. Statt immer über die Politik und ihre Probleme zu reden, sollten wir auch ab und an die positiven Geschichten der Politik erzählen, die allzu oft übersehen werden. So wie zum Beispiel die Geschichte von Andreas Mucke.

Andreas Mucke ist Oberbürgermeister in Wuppertal. Letzte Woche hörte ich das erste Mal von ihm. Denn Andreas Mucke hat in Wuppertal binnen 6 Monaten etwas erreicht, das jedem Bürger der Stadt nutzt: Er hat die Wartezeiten in den Einwohnermeldeämtern von 96 auf 3,5 Minuten reduziert. Wie genau er das gemacht hat kannst Du hier nachlesen: https://www.wuppertal.de/presse/meldungen/meldungen-2017/november/102370100000816208.php#&gid=1&pid=1

Der erste Schritt.

Noch viel wichtiger als das Nachlesen ist das Weitererzählen dieser Geschichte. Wenn also auch Du ewig in Deinem Einwohnermeldeamt warten musst, dann erzähle dort einfach die Geschichte von Andreas Mucke, und mit etwas Glück setzt Du damit den ersten Stein für den Umbruch, so dass auch in Deinem Bürgeramt die Wartezeiten reduzieren werden. 😉

Mit dieser kleinen Idee entlasse ich Dich jetzt in einen erfolgreichen Tag. Ich freue mich übrigens sehr, wenn Dir eine positive Geschichte einfällt, die unbedingt erzählt werden sollte. Teile sie einfach in den Kommentaren zu diesem Post mit uns.