Wusstest Du, dass Tiere Landwirtschaft betreiben?

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Nur Menschen halten Haustiere, oder?

Der Mensch hat die Welt auf eine Weise verändert, wie kein Wesen vor ihm. Mit der Zeit lernte er nicht nur Werkzeuge und das Feuer zu beherrschen, er lernte auch, wie er sich Tiere und Pflanzen zu Nutze machen kann. Dank dieser Fähigkeiten war der Mensch nun nicht mehr gezwungen der Natur nachzureisen, um sich zu ernähren. Alles was er brauchte konnte er einfach anbauen.

Bis jetzt dachte ich immer, dass der Mensch das einzige Lebewesen auf der Welt ist, dass Landwirtschaft betreibt, doch dann stolperte ich in

Werner Tiki Küstenmacher: LIMBI – Der Weg zum Glück führt durchs Gehirn

über den Satz

„Es gibt Präriehunde, die im Frühling eine Wiese flachtrampeln, damit sie im Herbst leichter an leckere Kräuter kommen.“

 Werner Tiki Küstenmacher: LIMBI – Der Weg zum Glück führt durchs Gehirn, S. 82.
Mein Papa ist ein Eichhörnchen.

Da wurde mir zum ersten Mal so richtig bewusst, dass auch Tiere in der Lage sind, so etwas wie Landwirtschaft zu betreiben. Das bekannteste Tier in diesem Bereich ist wohl das Eichhörnchen. Wobei wir fairerweise sagen müssen, dass es eher aus Versehen landwirtschaftlich unterwegs ist. Es verbuddelt seine Nahrung nur, um sie später zu verspeisen. Da es nicht alle seine verbuddelten Eicheln wiederfindet und somit nebenbei auch einige Bäume pflanzt, ist ihm wohl nicht bewusst.

Der Kräuterhund

Zurück zu unserem Präriehund. Ich habe keine Ahnung, wie der Präriehund diese Fähigkeit zur Kräuterpflege erworben hat. Wie kann ein so kleines Tier so weit in die Zukunft planen? Nun vielleicht liegt das daran, dass ich Tiere als Stadtkind völlig unterschätze, weil sie mit ihren Fähigkeiten im Stadtgeschehen in der Regel untergehen.

Die Nusskrähe

Danke fürs Knacken.

Eine Ausnahme machen hierbei die Krähen. Diese Vögel sind nicht nur groß und laut, sie sind auch unglaublich smart. So habe ich vor einiger Zeit eine smarte Krähe erlebt, die mit einer Nuss bewaffnet an einer grünen Ampel wartete. Als die Ampel auf rot schaltete, machte sich die Krähe an ihr Werk und platzierte die Nuss mitten auf der Fahrbahn und wartete dann am Fahrbahnrand auf die kommende Grünphase. Und was soll ich sagen? Der Plan der Krähe ging auf. Ein Auto überrollte die Nuss und knackte sie. Bei Rot stolzierte die Krähe zur Nuss und vertilgte eilig das leckere Innere.

Das Pilzinsekt

So ein Pilz ist sehr nützlich.

Doch nicht nur große Tiere sind geschickt und klug, wenn es um die eigene Nahrung geht. Auch kleine Insekten haben es voll drauf. So habe ich vor einiger Zeit dank einer Naturdokumentation gelernt, dass es Insekten gibt, die in ihren Bauten Pilze züchten. Leider habe ich vergessen, welche Art von Insekten es war. Ich glaube, es waren Ameisen, doch leider habe ich im Internet nichts dazu gefunden und erinnere mich auch nicht mehr an den Namen der Naturdoku.

Die Haustierameise

Honigtau ist unglaublich lecker.

Doch Tiere können nicht nur Pflanzen züchten und Menschen dressieren, sie sind sogar in der Lage Haustiere zu halten. So gibt es eine Ameisenart, die sich Blattläuse als Haustiere hält. Diese kleinen Blattläuse produzieren Honigtau, den die Ameisen gern essen. Als kleine Gegenleistung für den leckeren Schmankl verteidigen die Ameisen die Blattläuse gegen Fressfeinde. Die Ameisen sind an dieser Stelle echt menschlich. Doch wer weiß, vielleicht haben die Ameisen ja die Sache mit den Haustieren erfunden und in Wahrheit sind wir daher ameisig.

Fazit

Ich liebe diese Beispiele, weil sie zum einen faszinierend sind, zum anderen durchaus nachdenklich stimmen und weil sie auf einer langweiligen Party der Beginn einer hitzigen Diskussion sein können. Ich grübele gerade darüber nach, ob irgendwo vielleicht eine Krähe-Gang herumhängt und überlegt, was die nützlichen (menschlichen) Nussknacker in Zukunft noch so für sie erledigen könnten.

Irgendetwas sagt mir, dass die drei Beispiele nur der Anfang sind und es da draußen noch viel mehr Beispiele von Tieren gibt, die Landwirtschaft betreiben oder Werkezeuge benutzen. Wenn Dir eine Geschichte einfällt, freue ich mich, wenn Du sie mit mir teilst, damit ich sie hier ergänzen kann.