3 kleine Tipps für bessere Kommunikation im Alltag

_Geschätzte 6 Minuten Lesezeit

WERBUNG: Das Buch das diesen Beitrag inspiriert hat, habe ich als Rezensionsexemplar vom Gabal Verlag erhalten. Das bedeutet ich habe das Buch zur Verfügung gestellt bekommen um darüber zu schreiben.

Stell Dir vor Du sitzt in einem Meeting in dem zwei Deiner Kollegen schon seit 15 Minuten über ein Thema diskutieren, das Dich nicht betrifft. Was machst Du?

  1. Ich höre den beiden gespannt und aufmerksam zu. In den letzten 15 Minuten war zwar keine für mich relevante Information dabei, aber das kann ja noch kommen.
  2. Ich habe schon vor 10 Minuten den Faden verloren und bin grade gedanklich dabei mein Wochenende zu planen.
  3. Ich finde es großartig, dass die beiden diskutieren, das schenkt mir die Zeit schnell am Handy noch etwas zu recherchieren.
  4. Zum Glück gibt es für solche Situationen Social Media. Mit Twitter und co. verfliegt die Diskussion der beiden wie im Flug.
Herzlichen Glückwunsch

Hast Du mit 1 geantwortet? Herzlichen Glückwunsch, Du gehörst wahrscheinlich zu einer ganz exklusiven und vom Aussterben bedrohten Elite der Zuhörer. Wenn Du 2,3 oder 4 geantwortet hast, geht es Dir dagegen wie mir. Wenn ich einer Diskussion nicht folgen kann erwische ich mich immer wieder dabei, wie meine Gedanken auf Reisen gehen oder meine Hand intuitiv zum Handy wandert.  Nach einigen Minuten stelle ich dann erstaunt fest, dass inzwischen über ein relevantes Thema gesprochen wird und ärgere mich, dass ich möglicherweise wichtige Dinge verpasst habe.

Ich will nur kurz aufs Handy schauen

Das unsere Hand in solchen Situationen zum Handy wandert ist unserem Gehirn geschuldet. Viele Apps auf diesem kleinen Ding sind darauf ausgelegt in unserem Hirn Verlangen und Belohnung auszulösen. Jeden Tag tüfteln viele Menschen an Funktionen, die dafür sorgen, dass unsere Nutzungszeit mit der jeweiligen App weiter steigt. Manchmal braucht es dafür nur minimale Veränderungen, die der Nutzer kaum bemerkt. So konnte der Videostreaming Dienst meines Vertrauens die Nutzungszeit seiner App zum Beispiel massiv steigen, indem es die nächste Folge einer Serie einfach automatisch anspielen lässt, statt nach jeder Folge auf einen Tasendruck des Konsumenten zu warten.

Zum Glück hält das Buch

Sylvia Löhken & Tom Peters: Begegnung im Gespräch. Wie Sie mit Worten Beziehung gestalten

einige Tipps für uns bereit, die uns helfen besser mit diesem verlockenden Gerät umzugehen.

Meetings ohne Handys

Hmpf, schon wieder den Faden verloren

Komme was wolle, wenn ein Handy in unserer Nähe ist, greifen wir in langweiligen Situationen meist unbewusst zu dem kleinen Freund. Selbst wenn es uns gelingt den Impuls des Zugreifens aktiv zu unterbinden, beeinflusst der kleine technische Kollege unsere Gedanken und unsere Aufmerksamkeit. Während wir damit beschäftigt sind daran zu denken, dass wir jetzt nicht zum Handy greifen um höflich zu sein, verpassen wir dank diesen Gedanken oft, was grade in dem Raum in dem wir uns befinden vor sich geht.

Käseglocke als Alternative zum Korb

Wenn die Meetings in Deiner Firma unter massiver Handynutzung leiden macht es Sinn einen Handkorb für Meetings einzuführen. Am Anfang des Meetings werden alle Mobiltelefone im Raum eingesammelt. Der Korb wird anschließend außerhalb der Reichweite der Meetingteilnehmer platziert. Am Anfang kann es sich noch etwas nach aktivem Entzug anfühlen, aber mit der Zeit wird es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit dafür sorgen, dass die Aufmerksamkeit der Meetingteilnehmer schon allein deshalb steigt, weil die Gehirne der Teilnehmer nicht ständig gegen den Wunsch ankämpfen müssen zum Handy zu greifen.

Geheimtipp: Sketchnoten

spannende Dinge

Manchmal fällt es auch ohne Handy schwer aktiv am Meeting teilzunehmen, insbesondere dann, wenn Kollegen über Dinge diskutieren, die einen selbst nicht betreffen. Diese Momente sind die perfekte Gelegenheit um an den eigenen Sketchnote Fähigkeiten zu arbeiten. Versuche in solchen Momenten einfach  das Gespräch der Kollegen mitzuzeichnen und mach Dich darauf gefasst sehr spannende Dinge von Deinen Kollegen zu lernen, die Dir normalerweise dank Deinem Handy entgangen wären.

Bärentatzen zeichnen

Leider ist Sketchnoten an dieser Stelle nicht immer möglich. Wenn wir nicht verstehen worüber die Kollegen sprechen, können wir auch nicht Sketchnoten. Ich für meinen Teil verfalle dann ins Zeichen. Dabei entstanden vor kurzem eine wirklich sympathische Schildkröte und eine erstaunlich realistische Bärentatze. Dank des Zeichnens war ich zwar weiterhin nicht in der Lage zu verstehen worum es bei der Diskussion ging, aber zumindest folgte ich dem Gespräch so aufmerksam wie möglich und verpasste so den Schwenk in ein neues, für mich relevantes Thema nicht.

Notizblock

Solltest Dein Unternehmen den Handykorb einführen, lohnt es sich aus meiner Sicht darüber nachzudenken Stifte, Bleistifte und Notizblöcke für alle Meetingteilnehmer bereitzuhalten. Zum einen können wir nicht erwarten, dass jeder sich alles merken kann was gesagt wird, zum anderen geben wir den Leuten so die Chance ihre Skills in Sachen Sketchnoting zu verbessern und dass ist nicht selten für die ganze Firma ein spannender Zugewinn an Skills.

Essen ohne Handy

Digital Detox beim Essen

Nicht nur Meetings, auch persönliche Begegnungen leiden oft unter unserem kleinen Digitalen Freund. Laut unseren Autoren gibt es Studien, die belegen, dass die Gespräche zwischen Menschen oberflächlicher sind, wenn ein Mobiltelefon auf dem Tisch liegt an dem das Gespräch stattfindet. Wenn es uns gelingt das kleine Wunderding vom Tisch zu verbannen, werden wir häufiger mit spannenden und tiefgehenden Gesprächen belohnt.

Fazit

Hello World

Irgendwie ist es schon putzig, dass ein Gerät, dass es uns ermöglicht in Sekundenschnelle mit der ganzen Welt zu kommunizieren dafür sorgen kann dass unsere analoge Kommunikation massiv leidet. Dank den Autoren werde ich in Zukunft noch stärker darauf achten, dass mein kleiner digitaler Freund bei Meetings und co. nicht zum Störenfried mutiert. Und nun bin ich wie immer neugierig. Wie sind Deine Erfahrungen in Sachen Handy? Hast Du weiter Tipps aus Deinem Alltag, die so hilfreich sind, dass sie unbedingt in diesem Beitrag ergänzt werden sollten?