Botox hilft gegen Depressionen und Intelligenz

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Achtung, heute wirds giftig.

Zugegebenermaßen habe ich über die Überschrift heute ein wenig nachgrübeln müssen. Denn im Folgenden werde ich etwas Positives über ein Nervengift schreiben. Noch vor Kurzem hätte ich Dir geschworen, dass ich nie etwas positives über Botox schreiben würde. Zu sehr geistern mir die grusligen Gesichter von Menschen im Kopf herum, deren Mimik wie versteinert ist und die mehr der einer toten Statue, als der eines lebendigen Menschen gleicht.

Ohne Botox grinst es sich großartig.

Diesen Beitrag schreibe ich daher mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Hätte ich mich einer Botox-Behandlung unterzogen, wäre dies nicht möglich. Für glückliche und zufriedene Menschen, die gern lächeln, ist eine Botox-Behandlung problematisch, da das Nervengift die Gesichtsmuskeln lähmt und ein Lächeln dadurch fast unmöglich macht. Ein Lächeln beeinflusst unsere Gefühlswelt positiv. Wenn wir nicht mehr Lächeln können, bleibt dieser positive Einfluss aus.

Die Zornesfalte verstärkt negative Emotionen.

Allerdings beeinflusst nicht nur ein Lächeln unsere Gefühlswelt. Wenn wir wütend sind und sich auf unserer Stirn eine Zornesfalte zu zeigen beginnt, hat dies ebenfalls massiven Einfluss auf unsere Gefühlswelt. Allerdings ist dieser Einfluss negativ. An dieser Stelle kommen nun ein paar schlaue Wissenschaftler ins Spiel. Diese fragten sich, ob es möglich wäre, den negativen Einfluss der Zornesfalte auf die Gefühlswelt mit Hilfe von ein wenig Botox zu reduzieren. Also starteten sie ein Experiment, von dem ich Dir jetzt dank

Christian Ankowitsch: Warum Einstein niemals Socken trug. Wie scheinbar Nebensächliches unser Denken beeinflusst 

erzählen werde.

Botox hilft gegen Depressionen

Hallo, bin ich hier richtig für das Experiment mit dem Nervengift?

Glaub es oder es nicht, unsere Forscher fanden Menschen, die bereit waren, an ihrem Experiment teilzunehmen. Diesen Teilnehmern wurde Botox in die Zornesfalte injiziert. Das Nervengift machte seinen Job und lähmte die Zornesfalte der Behandelten. Ergebnis: Selbst wenn sie es wollten konnten die mit Botox behandelten Menschen ihre Augenbrauen nun nicht mehr zusammenziehen. Und weil sie dies nicht mehr konnten, schauten die Teilnehmer weniger grimmig. Am Ende des Experiments ging es rund der Hälfte der Teilnehmer merklich besser.

Da tut sich nix, wenn die Zornesfalte ruht.

Dank des Experiments konnten die Forscher beweisen, dass Botox gegen Depressionen helfen kann. Die Forschungsergebnisse wurden in weiteren Experimenten belegt. So fanden andere Forscher mittels modernster Technik heraus, dass Menschen, deren Zornesfalte vergiftet wurde, deutlich weniger Aktivitäten in jenen Hirnarealen zeigen, die für ihre Gefühle zuständig sind. Weil die Teilnehmer nicht in der Lage waren, ihren negativen Emotionen mittels ihrer Gesichtsmuskeln Ausdruck zu verleihen, verbesserte sich bei vielen von ihnen ihre Gefühlswelt. Und wie wir gleich sehen werden, verbesserte sich mit ein wenig Glück sogar ihre Intelligenz.

Botox-Behandlungen gegen Falten sind auch gut gegen Intelligenz

Höre ich richtig? Lächeln macht schlau?

So hilfreich Botox bei Depressionen sein kann, so sehr kann eine Behandlung emotional gesunden Menschen schaden. Der Psychologe Luciano Rispoly hat sich intensiv mit dem Thema Emotionen und Intelligenz beschäftigt und herausgefunden, dass die Intelligenz durch positive Gefühle gefördert wird und durch negative Emotionen behindert wird. So wirkt sich Botox bei depressiven Menschen positiv auf deren Intelligenz aus, weil es negative Emotionen verhindert. Bei glücklichen Menschen verhindert das gleiche Nervengift, wenn es gegen Falten eingesetzt wird, dass die Intelligenz durch positive Emotionen gefördert werden kann.

Botox kann menschlichen Beziehungen schaden

Ich ahne was Du fühlst.

Eine Botox-Behandlung hat nicht nur Einfluss auf die Emotionen des Anwenders, sondern auch auf die Qualität der Beziehungen, die er pflegt. Wenn wir von anderen Menschen umgeben sind, passen wir uns aus vielen unterschiedlichen Gründen an ihr Verhalten an. Ein Grund ist, dass uns Imitation hilft, die Gefühle unseres Gegenübers besser zu verstehen.

Wenn uns jemand erzählt, dass er gerade jemanden verloren hat und beim Erzählen immer trauriger wird, nehmen wir sein Verhalten auf und versetzen uns in seine Lage. Dadurch, dass auch wir nun aufhören zu lächeln und immer trauriger dreinschauen, können wir besser nachvollziehen, wie es unserem gegenüber geht und sind ihm näher. Das gleiche Prinzip nutzen wir auch bei positiven Geschichten. Wenn unser Gegenüber freudestrahlend von seiner neuen Liebe erzählt, beginnen auch wir zu strahlen und können so nachvollziehen, wie sich unser Gegenüber fühlt.

Anders schaut dies aus, wenn Botox im Spiel ist. Das Nervengift verhindert eine vollständige Imitation unseres Gegenübers und sorgt so dafür, dass die Emotionen des Gegenübers deutlich schwerer nachvollzogen werden können.

Fazit

Nie hätte ich gedacht, dass Botox ein so spannendes Thema sein könnte. Noch spannender als die Sache mit Botox finde ich die Sache mit den positiven Emotionen und der Intelligenz. Da macht das Lächeln doch gleich noch viel mehr Freude, oder?