Du bist der Beste für Deinen Job!

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Was ich Dir schon immer mal sagen wollte: Du bist der Beste.

Lass die Überschrift einmal auf Dich wirken. Oder besser noch: Schließe die Augen. Stell Dir vor, dass Du auf Deiner Arbeit bist und Dein Chef Dir sagt: Du bist der Beste für Deinen Job. Was macht das mit Dir? Wie fühlst Du Dich dabei? Kannst Du Dir vorstellen, dass dieser Satz Deine Arbeit beeinflussen kann? In seinem Buch

Warren Bennis & Patricia Ward Biedermann: Geniale Teams. Das Geheimnis kreativer Zusammenarbeit

schreibt Warren Bennis über geniale Teams und geht anhand von vielen Beispielen der Frage nach, wie diese entstehen. Zu seinen Ergebnissen gehört die Erkenntnis, dass der Satz „Du bist der Beste für Deinen Job!“, aus einem Team ein geniales Team machen kann.

Was passiert, wenn Deine Mitarbeiter wissen, dass Du an sie glaubst

Flug
Das Flugzeug braucht ein ordentliches Design.

Kelly Johnson war der Begründer eines genialen Teams namens Skunk Works. Nein, das ist kein Tippfehler, das Team hieß wirklich Skunk Works, also „Stinktier arbeitet“. Skunk Works war ein geheimes Projekt, das das Ziel hatte, Flugzeuge für die Air Force zu designen. Kelly Johnson gehörte zu den Menschen, die wussten, wie man geniale Teams auf die Beine stellt. Kelly wusste, dass der Glaube an die eigenen Mitarbeiter ein Schlüsselelement für ein geniales Team sein kann. Aus diesem Grund sagte er jedem seiner Teammitglieder schon bei dessen Einstellung, dass das Teammitglied den Job nur bekommen habe, weil dieses Teammitglied das Beste auf seinem Gebiet sei. Er sagte dies, selbst wenn dies nicht der Fall war. Denn Kelly wusste, dass dieser Satz etwas mit dem Teammitglied machte: Von diesem Moment an gab dieses Teammitglied sein Bestes, um dem Image „des Besten“ gerecht zu werden.

Ich glaube an Dich.

Als ich diese Geschichte las, dachte ich sofort an den Pygmalion Effekt. Was bei Schülern funktioniert, funktioniert anscheinend auch bei Teams. Wichtig dabei ist allerdings, dass der Glaube nicht gespielt ist. Einem Mitarbeiter einfach einen gigantischen Arbeitsstapel mit den Worten auf den Tisch zu legen: „Du schaffst das schon, ich glaub an Dich“, wird seine Wirkung wahrscheinlich verfehlen. Wenn Du den Pygmalion Effekt für Dich und Dein Team nutzen möchtest, musst Du aus tiefstem Herzen an Deine Teammitglieder glauben. Dafür kann es hilfreich sein, sich eine Woche lang all die Dinge zu notieren, die an einem Teammitglied bewundernswert sind, oder Dinge, die dieses Teammitglied besonders gut macht. Denn wenn wir uns gezielt auf diese Dinge fokussieren, kann sich unsere Wahrnehmung zum Positiven verändern. Und so entsteht eine solide Grundlage für den Satz „Du bist der Beste in Deinem Job!“.

Geheim-Tipp: Social Media Empfehlungen

Das hat Jemandem gefallen.

Die Sache mit dem Glauben funktioniert nicht nur mit genialen Teams und Schülern, sondern meiner Erfahrung auch darüber hinaus. Um einen Menschen zu genialer Arbeit zu inspirieren, müssen wir nicht in einem Team mit ihm arbeiten. So wachse ich zum Beispiel jedes Mal gefühlte fünf Zentimeter, wenn mir jemand sagt, dass dieser Blog 

  • ihn inspiriert hat,
  • ihn weitergebracht hat oder
  • er etwas Neues gelernt hat.

Dieses Feedback sorgt dafür, dass sich die nächsten zehn Blogbeiträge fast wie von selbst schreiben. Weil ich aus eigener Erfahrung weiß, wie mächtig positive Worte sind, nutze ich mit Vorliebe Social Media Funktionen wie

  • LinkedIn „Empfehlen“,
  • LinkedIn „Bravo vergeben“,
  • Twitter „Retweeten“,
  • Twitter „Erwähnen“,

um Menschen zu empfehlen, die in meiner Wahrnehmung Großartiges leisten, oder geleistet haben. Immer wieder bekomme ich nach einer solchen Social Media Empfehlung ein Feedback des Empfohlenen, das darauf hindeutet, dass auch er gerade ein paar Zentimeter gewachsen ist.

An dieser Stelle bin ich wie immer neugierig. Wie sind Deine Erfahrungen in diesem Bereich? Hast Du schon einmal erlebt, wie jemand dank Deines Glaubens über sich selbst hinausgewachsen ist? Bist Du selbst schon einmal über Dich hinausgewachsen, weil jemand an Dich geglaubt hat?