2.4 min readPublished On: 30. März 2021By Categories: Bücher, Wissen

Hast Du schon einmal etwas vom Nocebo-Effekt gehört?

Davon habe ich noch nie gehört.

Wahrscheinlich hast Du schon häufiger vom Placebo-Effekt gehört. Aber wenn es Dir so geht wie mir, begegnet Dir der Nocebo-Effekt heute auch zum ersten Mal. Das Schöne an diesem Effekt ist, dass er keiner großen Erläuterung bedarf, denn laut

Sylvia Löhken & Tom Peters: Lebe deine Macht! Kraftvoll wirken in jeder Situation

funktioniert er genauso wie der Placebo-Effekt. Auf den ersten Blick ist der einzige Unterschied zwischen den beiden Effekten folgender:

  • Der Placebo-Effekt wirkt sich positiv aus.
  • Der Nocebo-Effekt wirkt sich negativ aus.

Wie wirkt sich der Nocebo-Effekt in der Praxis aus?

Ich wusste, dass das schief geht.

Menschen, die den Nocebo-Effekt zu spüren bekommen erwarten, dass eine Handlung oder ein Medikament negativ wirken. In Folge der Erwartung verursachen diese Handlung oder dieses Medikament bei diesen Menschen tatsächlich Schmerzen oder machen krank.

Was ich an dieser Stelle spannend finde, ist, dass der Nocebo-Effekt laut unseren Autoren auch Handlungen betrifft. Als Beleg dafür zitieren sie eine Studie über stürzende Senioren, die zu dem Schluss kommt, dass Senioren, die einen Sturz erwarten, häufiger stürzen als Senioren, die keinen Sturz erwarten.

Erwartung und Effekt

Wenn ich nichts erwarte, passiert auch nichts, oder?

An dieser Stelle haben wir also erfahren, dass eine positive Erwartung den Placebo-Effekt und eine negative Erwartung den Nocebo-Effekt zur Folge haben kann. Doch die Sache ist die: Auch keine Erwartung kann Auswirkungen haben. So haben Forscher im Rahmen einer Studie herausgefunden, dass ein stark wirkendes Schmerzmittel stärker wirkt, wenn wir die Wirkung erwarten. Im Rahmen dieser Studie brauchten die Personen, die die Wirkung nicht erwarteten, ca. die doppelte Dosis an Medikamenten für die gleiche Wirkung.

Fazit

Das ist nur Abwerglaube, oder?

Auch wenn ich noch nie etwas vom Nocebo-Effekt gehört habe, ist er mir bei diesem Beitrag unter Punkt 5 schon einmal begegnet. Der Autor, der diesen Beitrag inspiriert hat, schreibt davon, dass das Lesen von Beipackzetteln dazu führen kann, dass die beschriebenen Nebenwirkungen auch erlebt werden. Bis heute war ich aufgrund der Ergebnisse des damaligen Autors davon ausgegangen, dass die Sache mit dem Beipackzettel in die Rubrik „Aberglauben“ gehört. Heute habe ich diesen Beipackzettel-Effekt schön brav in meine nagelneue Nocebo-Effekt-Gedankenschublade umsortiert.

Doch zurück zum Nocebo-Effekt. Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber mich inspiriert dieser Beitrag dazu, in Zukunft noch stärker darauf zu achten, dass ich an die Wirkung von Medikamenten glaube bevor ich sie (ohne den nervigen Beipackzettel gelesen zu haben) einnehme.

An dieser Stelle bin ich neugierig. Kanntest Du den Begriff Nocebo-Effekt schon? Ist er Dir schon einmal im realen Leben begegnet? Wenn ja: Magst Du Deine Nocebo-Effekt-Erfahrung teilen?