Kann Sport Leben retten?

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Der Einstieg in den heutigen Post ist für mich nicht ganz einfach, denn wenn ich jetzt zu viel verrate, funktioniert der kleine Selbsttest, der mir eine wertvolle Erkenntnis geschenkt hat nicht mehr. Also lass uns einfach dank

Cristián Gálvez: Du bist, was du zeigst!

direkt mit diesem wunderbaren Selbsttest starten.

Selbsttest

Mach mal 20 Sekunden eine richtig dumme Grimmasse. Schau so, als würdest Du nur Bahnhof verstehen. Geh in diesem Gefühl und diesem Gesichtsausdruck komplett auf. Und jetzt rechne ganz schnell 6×7.

Zeit, Uhr
20 Sekunden

Und hat es geklappt, bist Du sofort auf die Lösung 42 gekommen oder hattest Du Schwierigkeiten die Aufgabe zu lösen? Cristián schreibt, dass er in seinen Trainings regelmäßig erlebt, dass seine Teilnehmer nicht in der Lage sind, die Aufgabe zu lösen. Und hier kommt der Grund:

Körper und Geist – ein Dreamteam

Gehirn
Gehirn

Wenn wir uns schlecht fühlen, wenn wir denken wir sind dumm und überflüssig, wenn wir die Schultern hängen lassen und unser Körper in sich zusammenfällt sendet das Signale an unser Hirn. Unser Hirn glaubt unserem Körper und passt seine Performance den körperlichen Vorgaben an. Wenn wir uns dumm fühlen und diesem Gefühl körperlich nachgeben, schaltet unser Hirn auf dumm.

Lachen
positive Beeinflussung

Ich finde dieses kleine Experiment charmant, weil es uns die volle Kontrolle über uns gibt. Mit dem Wissen, dass unser Hirn so funktioniert, können wir auch einfach lächeln und besonders smart schauen und wissen, dass wir damit unsere Performance positiv beeinflussen können. Ich weiß nicht wie es Dir geht, aber ich gehe mit dummen Gesichtsausdrücken seit diesem kleinen Experiment deutlich bewusster um.

Sport als Lebensretter

Abstieg, Abfallen, Sinken

Noch spannender aber finde ich es, wenn dieses Wissen aktiv genutzt wird, um anderen Menschen zu helfen, zum Beispiel Langzeitarbeitslosen. Menschen, die ihren Job verloren haben und lange Zeit arbeitslos sind, haben oft nicht nur Einbußen auf der Einnahmenseite und müssen sich finanziell stark einschränken, auch ihr Selbstwertgefühl leidet unter der Situation. Denn mit dem Job ist nicht nur das Einkommen, sondern oft auch die Beziehung zu den Kollegen und damit ein wertvolles soziales Umfeld verloren gegangen. Statt einer inspirierender Unterhaltung mit einer smarten Kollegin an der Kaffeemaschine, haben Langzeitarbeitslose plötzlich viel Kontakt mit oft völlig überlasteten Beamten, die den Menschen der vor ihnen sitzt und wieder Mal irgendetwas beantragt als Störfaktor wahrnehmen, der sie von der Bewältigung ihres Arbeitspensums abhält.

Angst
Angst

Manch ein Langzeitarbeitsloser fällt dank dieser Erlebnisse in ein tiefes Loch und fühlt sich wertlos und überflüssig. Das fatale daran ist, dass dieses Loch eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale ist, der die meisten Betroffenen nicht entkommen können. Aus einem einst produktiven Menschen wird immer mehr ein Bittsteller, der nicht in der Lage ist sich aus eigener Kraft zu versorgen. Das ist nicht nur für den Menschen, sondern auch für sein Umfeld und die Gemeinschaft in der er lebt eine Katastrophe.

Läufer

Einige Städte haben dieses Problem erkannt und sich Gedanken gemacht, wie sie diesen Menschen helfen können. Statt Kleidespenden, 1 Euro Jobs und co. haben sie sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Sie veranstalten Lauftreffs für Langzeitarbeitslose. Denn die Sache mit dem Laufen ist die: Zum Laufen brauchst Du eine bestimmte Körperhaltung. Du musst Deinen Blick nach vorn richten um zu sehen wo Du hin läufst. Du bewegst schwungvoll Deine Arme und Beine. Dein ganzer Körper kommt in Bewegung und plötzlich passiert etwas mit Dir. Dein Blick schweift und Dein Körper genießt die Freiheit und leitet diese Information an Dein Hirn weiter. So erklärt sich auch der Erfolg dieser Lauftreffs: Bei vielen Teilnehmern beseitigen sie das Stimmungstief und schenken neue Lebensenergie und da die Lauftreffs mit anderen Menschen stattfinden, baut sich auch wieder ein wertvolles soziales Umfeld auf, dass sich positiv auf die Selbstwahrnehmung auswirkt.

Fazit

Fallschirm

Okay jetzt muss ich nur noch die Kurve zu unserer Anfangs gestellten Frage bekommen. Keine ganz leichte Aufgabe, aber wir bekommen das hin. Die Antwort lautet ja, Sport kann Leben retten. Denn Menschen, die dank des Sportes wieder an sich selbst glauben und der oben geschilderten Abwärtsspirale entkommen, haben mit hoher Wahrscheinlichkeit bald wieder eine Aufgabe in ihrem Leben. Vielleicht ist diese neue Aufgabe ein neuer Job, vielleicht aber auch einem Mitläufer zu helfen, oder ein bestimmtes Laufziel wie zum Beispiel die erfolgreiche Teilnahme an einem Marathon. Und die Sache mit sinnvollen Aufgaben ist die: Menschen die eine Aufgabe haben leben länger, das zumindest hat eine Studie in einem Altersheim ergeben, aber das ist eine andere Geschichte für einen anderen Post.

Bevor ich dieses Buch gelesen habe, hätte ich nie gedacht, dass Sport so mächtig sein kann. Und nun grüble ich an welcher Stelle wir dieses Wissen noch nutzen können. Wie, wo und wann können wir dafür sorgen, dass Menschen sich besser fühlen und mehr Selbstvertrauen haben? Wo können wir anderen wichtige Erfolgserlebnisse schenken? Mir fällt grade keine Antwort ein und ich freue mich auf Deine Antworten. Ich für meinen Teil werde einfach mit einem kleinen Schritt starten und an jeder Stelle an der ich nur kann einem Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Lust auf mehr? Wo dieses Wissen herkommt, ist noch viel mehr. Das Buch das diesen Beitrag inspiriert hat, findest Du unter dem hier folgenden Affiliate-Link bzw. Werbe-Link:

Cristián Gálvez: Du bist, was du zeigst!
Erfolg durch Selbstinszenierung