Wann naschen wir mehr: bei viel oder wenig Auswahl?

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Süßigkeiten

Spätestens seit dem Marshmallowtest , frage ich mich ernsthaft warum ich mich immer noch bei dem Gedanken erwische, dass Wissenschaftler totlangweilig sind. Wissenschaftler machen Wissenschaft mit Hilfe von Süßigkeiten! Das ist doch alles andere als langweilig. 😉

Man nehme eine handvoll Wissenschaftler, ein paar hundert  Grundschüler, deren Eltern und unzählige Geleebonbons und fertig ist das Experiment über welches ich bei

Micael Dahlen: Nextopia

gestolpert sind und dank dem wir heute rausfinden, wie Auswahl unser Konsumverhalten beeinflussen kann.

Das Experiment

Lachen
Iss so viel wie Du magst

Jeder Teilnehmer des Experiments, egal ob Kind oder Erwachsener wurde vor ein Tablett voller Geleebonbons gesetzt. Den Versuchsteilnehmern wurde gesagt, dass sie so viele Geleebonbons essen dürften wie sie wollten.  

Im ersten Versuchsaufbau befanden sich 6 verschiedene Geleebonbonfarben auf dem Tablett im zweiten 24. Die spannende Frage lautet nun: Beeinflusste die Menge der unterschiedlichen Farben die Menge die die Teilnehmer naschten? Wenn ja: Wann naschten sie mehr?

Die Ergebnisse

Bei mehr Auswahl naschten die Versuchsteilnehmer mehr, egal ob Kind oder Erwachsener. Das Krasse ist, sie naschte nicht nur etwas mehr, sondern in einigen Fällen mehr als doppelt so viel. Den stärksten Konsumanstieg gab es bei nach Farben sortierten Geelebonbons. So naschten die Erwachsenen in diesem Fall bei 6 Farben durchschnittlich nur 12,5, bei 24 Farben unglaubliche 28,5 Geleebonbons.

Gemischt oder sortiert?

Super spannend an dem Experiment finde ich, dass auch die Farbsortierung Einfluss auf den Konsum hatte. Bei 6 Farben konsumierten die Teilnehmer mehr Bonbons, wenn die Bonbonfarben gemischt waren, bei 24 Farben konsumierten die Teilnehmer mehr wenn die Bonbons nach Farben sortiert waren. Warum wir uns an dieser Stelle unterschiedlich verhalten wird leider nicht erläutert. Solltest Du eine Idee haben, freue ich mich sehr darauf, wenn Du sie mit mir teilst.

Wenn wir also den Konsum bei einer solchen Konstellation verringern wollen, sollten wir darauf achten, dass wir wenige Farben gemischt und viele Farben sortiert anbieten.

Fazit?

Ich frage mich ob dieser Effekt nur beim ersten Mal auftritt, oder länger anhält. Wenn ich eine Tüte mit Gummitieren vor mir habe, futtere ich immer zuerst die Roten in der Hoffnung, dass sich jemand anderes um die anderen kümmert. Erst wenn das nicht der Fall ist „quäle“ ich mich durch die anderen Farben. Okay okay Quälen tu ich mich nur bei den gelben (Gummitiere mit Bananengeschmack, wer erfindet sowas gruseliges?). Was denkst Du hält der Effekt mehr Auswahl mehr Konsum auch dann an, wenn der Naschende die Sorten schon kennt?