3,2 min readPublished On: 4. November 2021By Tags: , , Categories: Bücher, Wissen

Warum vergeht die Zeit unterschiedlich schnell?

Ich kann nix dafür, dass langweilige Sachen so lange dauern.

Wie schnell vergeht die Zeit, wenn Du etwas tust das Dir Spaß macht? Wie schnell vergeht die Zeit, wenn Du auf etwas warten musst und nichts dabei hast, um Dich abzulenken? Im ersten Fall können sich Stunden wie Minuten anfühlen. Im zweiten Fall werden Minuten zu gefühlten Stunden.

Laut

Sebastian Pflügler: Mitarbeiter führen in der digitalen Ära. Wie man digitale Effizienz und Menschlichkeit in Zeiten von Homeoffice und New Work verbindet 

gibt es in der Psychologie ein Modell Namens Zeitgeber-Zähler-Modell, das sich mit dem Phänomen der unterschiedlich schnellen Zeit beschäftigt. Wie genau dieses Modell aussieht und ob es in der Lage ist, die Frage zu beantworten, warum Zeit unterschiedlich schnell vergeht, werden wir uns heute gemeinsam anschauen.

Gibt es nur ein Zeitwahrnehmungsmodell?

Laut der Dissertation von Stefan Blaschke, kennt die Psychologie mehr als ein Modell, das sich mit der Zeitwahrnehmung beschäftigt. Folgende Modelle listet er in seiner Einleitung auf:

  • Impulsgeber-Zähler-Modell,
  • Zerfalls-Modell,
  • oszillatorbasierte Modelle.

Das von unserem Autor beschriebene Zeitgeber-Zähler-Modell taucht hier nicht auf. Im Internet habe ich nur 2 Quellen für den Begriff unseres Autors gefunden. Die eine Quelle war er selbst, die andere Quelle ein Buch von Marc Wittmann.

Was besagt das Impulsgeber-Zähler-Modell?

Wir zählen Impulse.

Dieses Modell wurde 1962 von C. D. Creelman auf die Beine gestellt. Dieses Modell basiert auf unserer Fähigkeit,  Impulse wahrzunehmen. Diese Impulse können wir zählen und uns deren Anzahl merken. Unser Gedächtnis ist in der Lage, die Anzahl der Impulse in zwei aufeinanderfolgenden Zeiträumen zu vergleichen. Ein Zeitraum mit mehr Impulsen kommt uns dabei länger vor als ein Zeitraum mit weniger Impulsen. Oder einfacher gesagt: Nach diesem Modell nehmen wir einen kurzen Zeitraum als kürzer wahr, wenn in diesem Zeitraum weniger Impulse wahrgenommen werden als in dem längeren Zeitraum.

Was ich an dieser Stelle sagen kann, ist, dass dieses Modell so wie es in der Dissertation dargestellt wird, die folgende Aussage unseres Autors nicht bestätigt

„Wenn unser Gehirn ständig mit neuen Impulsen gefüttert wird, dann vergeht die Zeit viel schneller, weil das Gehirn die Zeit nicht mehr bewusst wahrnimmt […]“ S. 17.

Das Zeitgeber-Zähler-Modell unseres Autors und das Impulsgeber-Zähler-Modell scheinen also zwei unterschiedliche Modelle zu sein.

Was ist mit den anderen Modellen?

Im Rahmen meiner Recherche konnte ich zwei ausführliche Quellen zum Thema Zeitmodelle ausfindig machen. Die eine Quelle ist die bereits erwähnte Dissertation. Die andere Quelle ist ein Aufsatz in einer wissenschaftlichen Zeitschrift. Trotz mehrerer Versuche konnte ich beim Überfliegen der Texte kein Modell entdecken, das das Phänomen beschreibt, nachdem Zeit unterschiedlich schnell vergeht.

Fazit

Zugegeben, ich bin gerade etwas frustriert, weil ich kein Modell gefunden habe, das das Phänomen der unterschiedlich schnell vergehenden Zeit beschreibt.

Der Tag ist vorbei, ab ins Bett.

Doch zum Glück haben meine grauen Zellen sich daran erinnert, dass ich im letzten Jahr ein Buch zum Thema „Zeit“ gelesen habe. In diesem taucht eine Geschichte auf, die zeigt, dass ein Mensch völlig das Zeitgefühl verlieren kann, wenn er in einer Höhle lebt. Diese Geschichte zeigt also, dass sich das menschliche Zeitgefühl nicht automatisch mit der realen Zeit deckt.

Zudem ist mir das vom Autor beschriebene Phänomen aus dem Alltag so vertraut, dass ich nicht wirklich ein Modell brauche, um es zu verstehen. Dennoch werde ich nun die Macht des Internets nutzen und unseren Autor nach dem Modell fragen. Mit ein wenig Glück habe ich die Antwort auf die Frage, was das Zeitgeber-Zähler-Modell besagt, bereits zeitnah und bevor dieser Blogbeitrag online geht.