Was mache ich, wenn ich versehentlich eine Person misgendere?
„Ja cool, bei diesem Treffen ist es mir endlich mal gelungen, mein Gegenüber nicht ein einziges Mal zu misgendern“,
denke ich und Sekunden später passiert es doch noch. Ich bezeichne mein Gegenüber fälschlicherweise als er. Im ersten Moment ärgere ich mich über mich selbst, im nächsten Moment spreche ich einfach weiter.

Die Person weiß, dass ich es nicht so meine, oder? Ich fühle mich hilflos, weil ich keine Ahnung habe, wie der richtige Umgang mit meinem Fehler ist. Eine unangenehme Schweigepause, die dem Fehler noch mehr Raum gibt, möchte ich nicht riskieren. Mich entschuldigen möchte ich auch nicht. Es tut mir zwar leid, aber das ständige Entschuldigen an dieser Stelle kann für Personen, die nonbinäre Pronomen nutzen, laut einem Buch, das ich letztens gelesen habe, auch anstrengend sein.
Es ist mein Job, Pronomen korrekt auf die Kette zu bekommen, und es ist nicht der Job meines Gegenübers, Verständnis dafür aufzubringen, dass sich jemand auf der Pronomen-Lernreise befindet. Zum Glück bin ich nun endlich in dem Buch von
über eine Reaktion gestolpert, die in den Augen von Alex besser ist als
- entschuldigen
- um Verständnis bitten oder
- einfach weitersprechen.
Alex Wunsch: Korrigiere den Satz einfach
Alex schreibt:
„Wenn ich nicht dabei bin oder etwas überhöre, wäre ich dir sehr dankbar, wenn du in solchen Situationen für mich die Stange hältst und korrigierst. Beispielsweise, indem Du den Satz einfach noch einmal mit korrekten Pronomen wiederholst.“
S. 44.
Spannend ist für mich hier der Punkt, dass Alex nicht nur die Korrektur der eigenen Fehler, sondern auch die Korrektur von anderen wünscht, wenn Alexes Abwesenheit dafür sorgt, dass dey es selbst nicht tun kann.
Fazit
Dank Alex habe ich nun eine Lösung an der Hand, die viel besser ist als meine Ratlosigkeit. Das bedeutet allerdings nicht, dass es die perfekte Lösung für jede Person ist. Solltest Du eine andere Antwort auf die Frage zum richtigen Umgang mit misgendern haben, freue ich mich sehr, wenn Du sie in den Kommentaren unter diesem Beitrag ergänzt.
Ich hoffe, ich komme irgendwann an den Punkt, an dem ich nicht mehr misgendere. Ich weiß, dass das noch einiges an Übung braucht und das mein ständiges Widerholen der Vornamen mich in der korrekten Nutzung von Pronomen wie dey/denen und they/them nicht weiterbringt. Doch noch habe ich die Befürchtung, dass ich mit der Verwendung der Pronomen noch mehr Fehler mache als eh schon. An dieser Stelle bin ich neugierig: Wie ist Dein Übungsstatus in Sachen Pronomen? Übst Du noch, oder genderst Du schon korrekt?
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Das Buch, das diesen Beitrag inspiriert hat, habe ich als Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten. Das bedeutet, ich habe das Buch kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen, um darüber zu schreiben.
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