2,6 min readPublished On: 2. September 2022By Tags: , , , Categories: Bücher, Wissen

Weißt Du, was das Metcalfesche Gesetz ist?

Und welchen Messenger benutzt Du?

Nutzt Du einen Messenger wie WhatsApp oder Threema auf Deinem Smartphone? Wenn ja, warum nutzt Du genau diesen Messenger? Liegt es daran, dass die Menschen, die Du kennst, genau den gleichen Messenger benutzen? Der Autor

David L. Rogers: Digitale Transformation – Das Playbook

verrät uns, dass Dein Verhalten im direkten Zusammenhang mit dem Metcalfeschen Gesetz steht. Als Erklärungs-Beispiel nimmt er allerdings das Faxgerät:

„Als der erste Kunde bzw. Anwender ein Faxgerät kaufte, war dessen Nutzen gleich Null. Wem sollte er etwas faxen? Wenn die Anzahl der Kunden jedoch steigt, führt jeder weitere von ihnen zu einer exponentiellen Steigerung der Anzahl der potenziellen Verbindungen, die im Netzwerk vorgenommen werden können (Verbindungen gleich an n(n -1) /2).“

S. 75.

Wer dieses Gesetzt ausfindig machte, verrät uns unser Autor nicht. Doch bevor wir dieser Frage mit Hilfe des Internets nachgehen, schauen wir uns schnell noch die Rechnung etwas genauer an, die im Zitat unseres Autors enthalten ist. Dafür setzen wir die Zahlen 1, 10, 100 und 1.000 ein, um zu sehen, was genau mit der exponentiellen Steigerung der potenziellen Verbindungen gemeint ist.

  • 1(1-1)/2 = 0
  • 10(10-1)/2 = 45
  • 100(100-1)/2 = 4950
  • 1000(1000-1)/2 = 499500

Wer hat das Metcalfesche Gesetz entdeckt?

Ein Netz zum Austausch von Daten im Büro.

Zu meiner Überraschung ist das Metcalfesche Gesetz noch sehr jung. Es wurde 1980 von Robert Metcalfe entdeckt, der laut Wikipedia der Erfinder des Ethernets ist. Obwohl mit der Begriff Ethernet immer wieder begegnet, vergesse ich trotzdem, was es ist. Doch zum Glück hält Wikipedia auch hierfür einen passenden Eintrag bereit und verrät uns, dass Ethernet die Technik ist, die in kabelgebundenen Netzwerken den Austausch von Daten untereinander erlaubt. Als Beispiel wird hier die Verbindung eines Druckers und eines Computers benannt. Heute erledigen wir (wenn wir denn überhaupt noch ein Kabel dafür nutzen) das mit einem USB-Kabel. Doch da dieses erst 1996 am Markt erschien, nutzte man davor Ethernet bzw. Ethernet-Kabel für diese Verbindungen.

Doch Ethernet ist heute nicht unser Thema. Wir wollen gerade mehr über Robert wissen, der das Metcalfesche Gesetz entdeckte. Robert wurde 1946 in New York geboren. Während seiner Dissertation arbeitet er für Xerox und erhielt hier die Aufgabe, die Firmenrechner miteinander zu verbinden. Und so erfand er zusammen mit David Boggs 1973 das Ethernet.

Weil Robert Computer miteinander verband, entdeckte er irgendwann, dass der Nutzen von 100 verbundenen Computern viel, viel höher ist als von 10 verbundenen Computern und hielt diese Entdeckung in Form des Gesetzes fest, über das wir heute gestolpert sind.

Fazit

Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber mich fasziniert dieses Gesetz unglaublich. Es ist der Grund, warum ich inzwischen 3 Messenger auf meinem Smartphone habe, nachdem ich WhatsApp von diesem verbannt habe. Dennoch gibt es noch immer Kontakte, die in keinem dieser 3 Messenger aktiv sind und daher via SMS mit wir kommunizieren.

An dieser Stelle bin ich neugierig: Gibt es Situationen, in denen Du vom Metcalfeschen Gesetz profitierst? Gab es schon einmal eine Situation, in der Dich dieses Gesetz zur Verzweiflung getrieben hat?