Weißt Du was Meritokratie ist?

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WERBUNG: Das Buch, das diesen Beitrag inspiriert hat, habe ich als Rezensionsexemplar vom Campus Verlag erhalten. Das bedeutet, ich habe das Buch zur Verfügung gestellt bekommen, um darüber zu schreiben.

Das ist wohl im Schredder gelandet.

Auch wenn ich mich sehr anstrenge, kann ich mich nicht daran erinnern, dass mir der Begriff Meritokratie schon einmal begegnet ist. Dabei klingt er sehr nach Politik und vermutlich würde ich ihn in meinen Unterlagen zum Studium entdecken, wenn ich diese nicht schon vor Jahren geschreddert hätte. Andererseits bin ich diesem Begriff in diesem Buch

Veronika Hucke: Fair führen

über Führung begegnet und damit nicht ganz sicher, ob der Begriff wirklich ein politischer ist. Aber wenn ich darüber nachdenke, gibt es in einigen Unternehmen durchaus politische Strukturen, ganz abwegig ist die Sache mit der Politik also vielleicht doch nicht.

Wilde Bedeutungsspekulation

Meritokratie endet wie Demokratie und Aristokratie auf die Silbe „kratie“. Aus diesem Grund vermute ich, dass es sich auch bei der Meritokratie um irgendeine Form der Herrschaft handelt. Die eine Sache, die mir aus meinem Politikstudium an dieser Stelle im Gedächtnis geblieben ist, ist das in der Demokratie der Demos also das Volk herrscht. Das legt die Vermutung nah, dass in der Meritokratie die Merit herrscht.

Bist Du so mächtig Merit?

Ich persönlich kenne zwei Merits. Die eine ist die Ex-Frau meines Vaters und die andere ist ein englisches Wort, dessen Bedeutung mir partout nicht einfallen möchte. Da die Ex-Frau meines Vaters sehr freundlich und liebenswürdig und keinesfalls herrschsüchtig war, vermute ich, dass sie nichts mit der Meritokratie zu tun hat.  Also bleibt uns für unsere Bedeutungsspekulation nun noch das englische Wort, dass sich laut dem Leo Wörterbuch unter anderem wie folgt übersetzen lässt:

Merit – Verdienst, Wert, Leistung, Vorzug

Könnte es sich also bei einer Meritokratie um eine Wertherrschaft handeln? Sprich jene Menschen, die den höchsten Wert haben bzw. besitzen herrschen? Ganz abwegig klingt das in meinen Ohren nicht und damit ist es nun an der Zeit das Lexikon zu befragen.

Was das Lexikon sagt

Zu meiner großen Freude lässt uns unser Lexikon auch heute nicht im Stich und teilt folgendes Wissen mit uns:

Meritokratie [lat. – grch.] die, Herrschaftsordnung nach Maßgabe von Begabung und Leistungsfähigkeit des Einzelnen; i. w. S. das Vorherrschen des Leistungsprinzips gegenüber anderen Grundsätzen der Statuszuweisung (z.B. Herkunft, Beziehungen).

Das Zeit Lexikon. Mit dem Besten aus der Zeit, Band 09, S. 499.
Gab es das Mal als Staat?

Wow, damit war unser Bedeutungsspekulation schon ganz schön nah an der wahren Bedeutung. Während ich mir unglaublich gut vorstellen kann, dass es die Meritokratie in Unternehmen gibt, kann ich mir nur schwer vorstellen, wie sie in einem Staat funktionieren soll und ob es je einen meritokratischen Staat gegeben hat.

Was das Internet sagt

Das Internet, oder genauer gesagt https://neueswort.de/meritokratie/ bestätigt meine Annahme, dass es Meritokratie in Unternehmen gibt. Zusätzlich führt die Seite den Verdienstadel als Beispiel für Meritokratie an. Die Antwort auf die Frage „Gab es meritokratische Staaten?“ lautet demzufolge „ja“. Denn ohne Leistung bzw. Verdienst wären die Menschen nicht adlig geworden. Dennoch war der Großteil der Adligen per Geburt und nicht aufgrund ihres Verdinestes adlig.

Fazit

Wieder etwas gelernt. Wer hätte gedacht, dass Meritokratie mit etwas Fantasie etwas mit dem Peterchen Prinzip zu tun hat? Nun bin ich neugierig. Hast Du schon einmal Meritokratie in einem Unternehmen erlebt? Wenn ja: War sie gut oder schlecht?