Weißt Du was Neuroplastizität ist?

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WERBUNG: Das Buch das diesen Beitrag inspiriert hat, habe ich als Rezensionsexemplar vom Campus Verlag erhalten. Das bedeutet ich habe das Buch zur Verfügung gestellt bekommen um darüber zu schreiben.

Heute geht es dank

Sebastian Purps-Pardigol: Führen mit Hirn. Mitarbeiter begeistern und Unternehmenserfolg steigern

wieder einmal um dieses überaus faszinierende, über 1 Kilo schwere weiße wabblige Teil, welches jeder von uns in einer festen Schale auf seinen Schultern herumträgt und dessen Form uns stark an eine Walnuss erinnert.

Gehirn
Gehirn

Obwohl jeder von uns so ein weißes wabbliges Gehirn hat und seit Jahrzehnten viele Forscher mit der Erforschung dieses faszinierenden Organs beschäftigt sind, wissen wir bis heute unglaublich wenig über unser biologisches Rechenzentrum. Aus genau diesem Grund freue ich mich immer wie ein Kullerkeks, wenn ich etwas Neues zu diesem Thema lese. Schließlich ist das Gehirn ein Werkzeug und je besser wir ein Werkzeug kennen, desto besser können wir es nutzen und das Wissen um die Neuroplastizität schenkt uns im wahrsten Sinne des Wortes unglaubliche neue Möglichkeiten.

Was ist Neuroplastizität?

Hast Du schon einmal das Sprichwort Satz „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“ gehört? Diesem Sprichwort liegt die Annahme zugrunde, dass das junge Gehirn in der Lage ist zu lernen und mit Erreichung des Erwachsenenalters diese Lernfähigkeit verliert. Diese Annahme herrschte nicht nur im Volk, sondern auch in der Wissenschaft.

Zu meiner großen Freude gehört diese Annahme dank der Entdeckung der Neuroplastizität inzwischen in das Land der Legenden. Denn die

Neuroplastizität beschreibt die Fähigkeit des Gehirns sich zu verändern.

Sebastian Purps-Pardigol: Führen mit Hirn. Mitarbeiter begeistern und Unternehmenserfolg steigern S. 31

Nachtaffen beweisen – Das Gehirn wächst und schrumpft unabhängig vom Alter

Nachtaffe

Es waren einmal ein paar Wissenschaftler und zwei trainierte erwachsene Nachtaffen. Um den nun folgenden Text angenehmer zu gestalten, habe ich mich dazu entschieden den beiden Affen frei erfundene Namen zu geben und sie Toni und Klopfer getauft.

In einem Experiment wurden unsere beiden Affen zwei Reizen gleichzeitig ausgesetzt:

  • Reiz 1: Eine gleichbleibender Ton
  • Reiz 2: Ein regelmäßiges zartes Klopfen auf den Handrücken

Beide Affen hörten beide Geräusche. Toni hatte die Aufgabe auf die Tonfolge zu achten und Klopfer sollte auf die Klopfzeichen achten. Wenn Toni einen Ton hörte, der nicht den anderen Tönen entsprach, sollte er ein Signal geben. Klopfer sollte ebenfalls ein Signal, allerdings nicht, wenn sich der Ton änderte, sondern wenn sich das Klopfen veränderte.

Fühlen

Dank diesem Experiment entdeckten die Forscher die Neuroplastizität. Sie stellten fest, dass sich die Gehirne von Toni und Klopfer aufgrund der unterschiedlichen Aufgabe unterschiedlich entwickelt hatten. Bei Toni hatte sich der Bereich des Gehirns, der für das Hören zuständig war verändert und bei Klopfer der Bereich für das Fühlen.

Experiment

Das Experiment hatte also bewiesen, dass sich auch erwachsene Gehirne noch verändern können. Die Gehirnzellen sind mittels des neuronalen Netzwerkes miteinander verbunden. Dieses Netzwerk verändert sich durch seine Nutzung. Verbindungen zwischen Zellen, die oft genutzt werden, werden durch die häufige Nutzung stärker. Sie Schattenseite der Entdeckung lautet leider, dass neuronale Verbindungen, nur aufrechterhalten werden, wenn sie genutzt werden und bei nicht Nutzung abgebaut werden. Unser Gehirn ist in Sachen smarter Ressourcennutzung irgendwie ein ganz schöner Perfektionist.  

Nachtaffen, Taxifahrer und Manager

Was unsere Wissenschaftler bei den Nachtaffen nachweisen konnten, funktioniert auch bei Menschen. Viele Taxifahrer, die sich nicht auf das Navigationssystem ihres Autos verlassen haben einen überdurchschnittlich großen Hippocampus, da dieser für die Orientierung zuständig ist. Das geniale an Neuroplastizität ist, dass sie in der Lage ist auch in sehr kurzer Zeit unser Gehirn zu verändern. Das zeigte ein Experiment mir gestressten Managern. Diese hatten die Aufgabe acht Wochen lang einige Minuten jeden Tag zu meditieren. Als die Forscher nach dieser kurzen Zeit die Gehirne der Manager untersuchten, stellten sie in diesen bereits eine durch die Meditation verursachte Veränderung fest.

Fazit

Es ist völlig egal ob wir 30, 40, 60 oder 80 sind, wir können in jedem Alter neue Dinge lernen. Grade in Zeiten der Digitalisierung ist dies eine wichtige Erkenntnis. In Zukunft werden immer mehr Menschen im Verlauf ihres Lebens mehr als eine Karriere durchlaufen. Für jede Karriere brauchen wir neues Wissen und dank der Entdeckung der Neuroplastizität wissen wir nun, dass wir auch im hohen Alter noch über die Fähigkeit verfügen uns dieses Wissen anzueignen. Ich für meinen Teil bin sehr gespannt, welche Karriere meiner Historiker- und Vertriebskarriere folgen wird und freue mich schon heute wahnsinnig auf die Lernkurven die mir bevorstehen.

Wie ist es bei Dir? Arbeitetest Du schon Dein ganzes Leben in ein und derselben Karriere, oder hast Du die Neuroplastizität Deines Gehirnes schon genutzt um einen neuen Karriereweg zu beschreiten?

Sebastian Purps-Pardigol: Führen mit Hirn. Mitarbeiter begeistern und Unternehmenserfolg steigern

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