Weißt Du was Shopfloor-Management ist?

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WERBUNG: Das Buch, das diesen Beitrag inspiriert hat, habe ich als Rezensionsexemplar vom Gabal Verlag erhalten. Das bedeutet, ich habe das Buch zur Verfügung gestellt bekommen, um darüber zu schreiben.

Ich fahre Bus und mache nichts anderes.

Es gibt Menschen, deren Forschungen und Theorien verändern die Welt nachhaltig. Frederick Taylor (1856-1915) war einer dieser Menschen. Seine Theorie sollte für lange Zeit die Arbeitswelt massiv verändern. Im Rahmen seiner Forschungen fand Taylor heraus, wie die Produktivität von Menschen bei der Arbeit deutlich gesteigert werden konnte. Seine Forschungen zeigten, dass Menschen, die sich ganz und gar auf eine Tätigkeit konzentrieren konnten, viel produktiver waren als Menschen, die ständig zwischen mehreren Aufgaben hin und her sprangen.

Warte hier auf mich, ich komme gleich wieder.

Seine Forschungsergebnisse stießen in der Wirtschaft, die sich gerade in den Anfängen der Massenproduktion befand, nicht nur auf offene Ohren, sondern wurden weit und breit umgesetzt. Dank Taylor entstanden unzählige kleinteilige monotone Jobs in Unternehmen, die den Arbeiter und seine Bedürfnisse ignorierten und sich nur auf seine Produktivität konzentrierten. Wer als Arbeiter in einem Unternehmen arbeitete, das nach Taylors Ideen aufgebaut war, hatte sein Gehirn morgens an der Garderobe abzugeben und es erst wieder abzuholen, wenn er am Abend mit seiner Arbeit fertig war.

Auch wenn ich mich nicht mehr daran erinnern kann, ob mir der Taylorismus schon in der Schule oder erst im Studium in aller Ausführlichkeit begegnet ist, so war ich mir doch sicher, alles Wichtige über ihn zu wissen. Doch dann bin ich zum ersten Mal in meinem Leben bei

Kerstin Friedrich: Spielregeln für Game Changer. Den Teamgeist entfesseln durch radikale Transparenz und Gamefizierung

über das Wort Shopfloor-Management gestolpert, das unsere Autorin in einem Atemzug mit dem Taylorismus erwähnt. Aktuell habe ich nicht den Hauch einer Ahnung, was sich hinter dem Shopfloor-Management verbirgt. Daher freue ich mich nun sehr, es gemeinsam mit Dir herauszufinden.

Was das Lexikon sagt

Keine Ergebnisse.

Zu meiner nicht allzu großen Überraschung habe ich in keinem meiner Lexika einen Eintrag zu Shopfloor-Management gefunden. Was mich allerdings erstaunt hat, ist, dass ich keinen Eintrag zum Taylorismus gefunden haben. Selbst meine Wirtschaftslexika schweigen zu diesem Thema. Also bleibt uns an dieser Stelle nichts anderes übrig, als das Internet zu befragen.

Was das Internet sagt

Dank unseres fantastischen Internets habe ich eine Definition zum Shopfloor-Management gefunden, die mich etwas verwirrt, da sie diese Art des Managements nicht im Taylorismus, sondern im deutlich später entstandenen Lean Management verortet. Laut dieser Definition ist Ziel des Shopfloor-Management

die kontinuierliche Prozessverbesserung in Richtung der gemeinsamen Unternehmensziele zur täglichen Erfüllung der Kundenanforderungen.

https://refa.de/service/refa-lexikon/shopfloor-management
Manager in der Produktion.

Dies geschieht allerdings nicht durch die Zerlegung der Arbeit in Minischritte, sondern dadurch, dass sich die Manager auf den Shopfloor (Hallenboden, oder Ort der Wertschöpfung) begeben und hier Hand in Hand mit den Mitarbeitern zusammenarbeiten. Eine ausführliche Beschreibung der Methode hat der 3-Minuten-Coach zusammengestellt, die mir so gut gefallen hat, dass ich sie hier nicht wiederholen werde und Dich bitte, diesen großartigen Beitrag zu lesen.

Fazit

Trotz einer (für meine Verhältnisse) intensiven Recherche konnte ich keine Verbindung zwischen Taylorismus und Shopfloor-Management entdecken. Das einzige, was ich entdeckt habe, ist diesen Beitrag: Frederick W. Taylor: Shop Management. In: Transactions. American Society of Mechanical engineers, Band XXVIII, 1903, S. 1337–1480. Er ist aufgrund seines Alters zu meiner großen Freude frei zugänglich.

Ob unsere Autorin an dieser Stelle etwas durcheinander gebracht hat, oder ob meine Recherche nicht gründlich genug war, kann ich an dieser Stelle nicht beantworten. Daher habe ich unsere Autorin gerade über XING kontaktiert und bin gespannt, ob sie an dieser Stelle Licht ins Dunkel bringen kann. Sobald ich eine Antwort habe, wird sie hier ergänzt.