4,2 min readPublished On: 28. Juli 2022By Tags: , , , Categories: Bücher, Wissen

Weißt Du was Six Sigma ist?

Ich kann mir das nicht merken.

Mir ist dieser Begriff 2019 das erste Mal bewusst begegnet. Obwohl mir dieses Thema seitdem recht häufig begegnet ist, vergesse ich immer wieder viele Details. Alles, was in meinem Gehirn haften bleibt, ist, dass es bei Six Sigma um Fehlervermeidung in Unternehmen geht.

Als ich in

Kenneth S. Rubin: Essential Scrum. Umfassendes Scrum-Wissen aus der Praxis,S. 40

über die Information gestolpert bin, dass Six Sigma ein Ansatz ist, um komplizierte oder simple Probleme im Cynefin Framework zu lösen, konnte ich mir im ersten Moment keinen Reim darauf machen. Erst nach einigem Nachdenken wurde mir bewusst, dass beide Problemarten vorhersehbar sind und sich daher gut mit dem Six Sigma Ansatz bewältigen lassen. Doch wie genau das im Detail funktioniert bekommen meine grauen Zellen nicht mehr zusammen, daher werden wir nun das Internet bemühen.

Was ist Six Sigma?

Die Bezeichnung hat einen mathematischen Ursprung.

Den Namen verdankt die Methode der Mathematik. Ich erspare uns an dieser Stelle einen Ausflug in die mathematischen Details und erwähne lediglich, dass das mathematische Zeichen Sigma σ etwas mit Abweichungen zu tun hat und dass ein Sigma eine höhere Abweichung zulässt als sechs Sigma.

Wie vorhin bereits erwähnt geht es bei Six Sigma darum, Fehler in Unternehmen zu vermeiden. Das ist vor allem dann besonders spannend, wenn ein Unternehmen immer und immer wieder das Gleiche macht, also zum Beispiel ein Produkt herstellt, von dem jeden Tag 100.000 Exemplare gefertigt werden.

Stellen wir uns nun einmal vor, dass dieses Unternehmen eine Fehlerquote von lediglich einem Prozent hat. Das klingt nicht schlecht, oder? Doch ein Blick auf diese Liste

  • 1 Produkt von 100 produzierten Produkten ist fehlerhaft,
  • 10 Produkte von 10.00 produzierten Produkten sind fehlerhaft,
  • 100 Produkte von 10.000 produzierten Produkten sind fehlerhaft,
  • 1.000 Produkte von 100.000 produzierten Produkten sind fehlerhaft.

zeigt uns, dass 1 Prozent in unserem Fall gleichbedeutend mit 1.000 fehlerhaften Produkten pro Tag ist. Das sind recht viele. Beim Six Sigma geht es darum, die Fehlerquote weit unter 1Prozent zu bringen.

Was ist der DMAIC-Cycle?

Um die Fehlerquote zu reduzieren, arbeitet Six Sigma mit dem DMAIC-Cycle. Wie so oft ist der kompliziert klingende Begriff nur eine Zusammensatzung der ersten Buchstaben lauter einfacher Worte:

  • Define
  • Measure
  • Analyze
  • Improve
  • Control

Das schauen wir uns ganz genau an.

Beim Six Sigma schnappen wir uns unsere 1.000 fehlerhaften Produkte und schauen uns diese genau an. Wahrscheinlich werden wir feststellen, dass bei allen fehlerhaften Produkten nicht überall der gleiche Fehler auftritt. Im ersten Schritt (define) beim Six Sigma geht es daher darum, das Problem und das Ziel zu definieren.

In den nächsten zwei Schritten (measure & analyze) geht es darum zu messen und zu analysieren, welche Prozesse zum Problem führen. Im vierten Schritt (improve) geht es darum, den Prozess so zu optimieren, dass das Problem beseitigt wird. Der letzte Schritt (control) ist die Sicherstellung, dass die gefundene Lösung so in der Produktion verankert wird, dass der Fehler nicht mehr auftritt.

Sobald der DMAIC-Cycle durchlaufen wurde, beginnt er von vor und sorgt dafür, dass das nächste Problem beseitigt wird. Ziel jedes Durchlaufes ist es, die Fehlerquote weiter zu reduzieren, bis schließlich Six Sigma erreicht ist.

War da nicht noch etwas mit Gürteln?

Ey, ich bin kein Gürtel.

Um einen DMAIC-Cycle umzusetzen, braucht es Menschen, die sich mit dem Thema Six Sigma auseinandergesetzt haben, bzw. Menschen, die eine Six Sigma Ausbildung durchlaufen haben. six-sigma.de bietet solche Ausbildungen an und verrät uns, dass Six Sigma auf einer Rollenverteilung basiert, die vom Mitarbeiter über den Betriebsleiter bis hin zu den Führungskräften reicht. Die einzelnen Mitarbeiter mit ihren Rollen tragen hierbei wie beim Judo (imaginäre) Gürtel, deren Farben uns zeigen, welche Aufgabe sie haben:

  • Die Mitarbeiter haben einen gelben Gürtel und unterstützen das Projekt, die Fehlerquote zu reduzieren.
  • Betriebsleiter können grüne oder schwarze Gürtel tragen. Betriebsleiter mit grünen Gürteln leiten Verbesserungsprojekte in ihrem eigenen Bereich und Betriebsleiter mit schwarzen Gürteln leiten Projekte, die verschiedene Bereiche betreffen.
  • Führungskräfte tragen den Master Black Belt und haben neben der Verantwortung für die Projekte die Aufgabe, die gürteltragenden Betriebsleiter zu coachen.
  • Dann gibt es noch den Champion. Dieser trägt keinen Gürtel, da er nicht direkt etwas mit den Prozessen zu tun hat. Der Champion hat die Aufgabe, dem Six Sigma Projekt alle benötigten Ressourcen zukommen zu lassen, das Konzept innerhalb des Unternehmens zu unterstützen und stellt sicher, dass alle Gürtelträger auch Ergebnisse liefern.

Fazit

Im Grunde genommen ist es gar nicht schwer zu verstehen, worum es im Six Sigma geht. Daher wundert es mich auch nicht, dass Autoren wie Kenneth darauf verzichten, diesen Ansatz im Detail zu erläutern. Mein Problem dabei ist lediglich, dass ich mir die Abkürzung DMAIC und die Sache mit den Gürteln einfach nicht merken kann.

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