3.4 min readPublished On: 24. August 2021By Categories: Bücher, Wissen

Weißt Du, wer den elektronischen Smiley erfunden hat?

Gib mir etwas Zeit, ich bin bald da.

Jeden Tag gehen unzählige E-Mails um die Welt. Sie transportieren Nachrichten und Dokumente von A nach B und sorgen für eine viel schnellere Kommunikation, als diese mit Briefen möglich wäre. Manche E-Mails sind dabei nett und freundlich, andere wiederum neutral und sachlich. Und manche E-Mails werden vom Empfänger anders verstanden, als der Sender sie meinte.

Die Herausforderung der schriftlichen Kommunikation ist, dass ihr wichtige Elemente der menschlichen Kommunikation, wie zum Beispiel Tonfall, Mimik und Gestik fehlen. Doch zum Glück gibt es das elektronische Smiley, das es uns ermöglicht, in unserer E-Mail einen kleinen Teil dieser menschlichen Kommunikation abzubilden und so Missverständnisse zu reduzieren. Die folgenden drei Zeichen ; – ) hinter einem Satz zeigen dem Empfänger einer E-Mail, dass der vorhergehende Satz mit einem Augenzwinkern niedergeschrieben wurde. Diese drei kleinen Zeichen verhindern jeden Tag in unzähligen E-Mails Missverständnisse.

Obwohl ich ein unglaublicher Fan von lachenden Smileys in E-Mails, Social Media und Messangern bin, habe ich mich noch nie gefragt, wer die kleinen Freunde erfunden hat. Doch zum Glück gibt es Bücher wie

Philipp Hübl: Folge dem weißen Kaninchen … in die Welt der Philosophie,

in denen ich nicht nur über solche großartigen Fragen, sondern auch über die Antworten stolpere.

Wer hat den elektronischen Smiley erfunden?

Das war so nicht gemeint.

Lass uns eine kleine Zeitreise machen, um diese Frage zu beantworten. Wir schreiben das Jahr 1982. Wir befinden uns an irgendeiner Universität, an der ein paar völlig verrückte Nerds gerade die E-Mails erfunden haben. Und weil noch kein Mensch außer diesen Nerds an verschiedenen Universitäten unserer Welt weiß, was eine E-Mail ist, bleibt den Jungs und Mädels nichts anderes übrig, als untereinander via E-Mail zu kommunizieren.

Schon bald merken die Nerds, dass die ein oder andere E-Mail beim Empfänger eine andere Wirkung erzeugt als der Sender beabsichtigt. Eines Tages fällt dem amerikanischen Informatiker Scott E. Fahlman auf, dass Scherze in E-Mails das Potenzial haben, solche Missverständnisse zu erzeugen. Also schlägt er seinen Kollegen am 19.09.1982, um 11:44 Uhr vor, Scherze mit den folgenden drei Zeichen zu markieren : – ). Dieser Vorschlag macht Scott E. Fahlman zum Erfinder des elektronischen Smileys.

Wer ist Scott E. Fahlman?

Gefühlt hält das Internet unglaublich wenig Informationen über den Erfinder des elektronischen Smileys bereit. Deshalb kann ich die Frage mit lediglich 4 kleinen Fakten beantworten

  • Laut Wikipedia wurde Scott 1948 geboren.
  • 1984 wurde er Professor.
  • Er ist auch der Erfinder des : – ( Smileys.
  • Seine Forschungen beschäftigen sich mit Künstlicher Intelligenz.

Smiley-Erfinder Nummer 376

Das Original hat eine andere Farbe.

Auch wenn Scott der Erfinder des elektronischen Smileys ist, ist er diesen Weg nicht ganz allein gegangen. So schreibt unser Autor, dass der russische Schriftsteller Vladimir Nabokov 1969, also mehr als ein Jahrzehnt vor Scott, in einem Interview mit der New York Times den Vorschlag äußerte, typographische Zeichen für Witze zu nutzen.

Scott gelang etwas, was Vladimir im Interview mit der New York Times nicht geschafft hatte. Mit dem : – ) brachte er das damals bereits unglaublich bekannte gelbe Smiley, das Harvey Bell bereits 1963 erfunden hatte, in die Welt der schriftlichen Kommunikation.

Seit der Erfindung Scotts ist in Sachen Smileys viel passiert. Zum einen schufen Menschen neben dem : – ) bald auch viele weiter Smileys aus Satzzeichen. Zum anderen gab es weitere Pioniere wie Shigetaka Kurita, der 1998 den ersten Emoji ins Leben rief.

Fazit

Dank dieser Menschen, deren Namen heute kaum jemand kennt, können wir heute mittels eines simplen Unicode-Befehls auf unglaubliche 1816 Emojis zurückgreifen. Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber in meinen Augen sind Harvey, Vladimir, Scott und Shigetaka (und all jene Smiley Erfinder, von denen ich noch immer nichts weiß) moderne Helden. Und jeder einzelne von ihnen verdient in meinen Augen den Friedensnobelpreis. Denn auch wenn ich keine Beweise habe, habe ich keinen Zweifel daran, dass Smileys und Emojis seit 1963 viele Leben gerettet haben.