Wie schwer kann es eigentlich sein, Dinge zu verändern?

Bist Du manchmal frustriert, weil Deine Kollegen oder Deine Mitarbeitenden am Gewohnten festhalten und einfach nicht gewillt sind etwas Neues auszuprobieren? Hast Du dann das Gefühl, dass Dich deren Starrheit bremst?

Warum können wir nicht einfach los legen?

Ich kenne dieses Gefühl sehr gut. Doch die Sache ist die: Ich habe gelernt, dass wir beides brauchen, wenn wir vorankommen wollen. Wir brauchen Menschen, die immer wieder Neues entdecken und so dafür sorgen, dass sich ein Unternehmen weiterentwickelt und wir brauchen Menschen, die Prozesse für das Alltagsgeschäft erschaffen, diese immer weiter optimieren und an diesen festhalten. Aus diesem Grund ist es aus meiner Sicht sinnvoll, dass beide „Lager“ einander verstehen und wertschätzen, da sie gemeinsam viel mehr erreichen können, als wenn sie gegeneinander arbeiten.

Heute bin ich in dem Buch

Friederike Fabritius, Hans W. Hagemann: Neurohacks. Gehirngerecht und glücklicher arbeiten, S 125f.

über ein Spiel gestolpert, dass einen Innovator wie Dich am eigenen Leib spüren lässt, warum es anderen Menschen schwer fällt Dinge zu verändern. Durch das Erleben am eigenen Leib wirst Du in Zukunft hoffentlich weniger Frust, sondern eher Verständnis empfinden, wenn mal wieder jemand in Sachen Veränderung auf der Bremse steht. Und wer weiß, vielleicht sorgt dieses Verständnis ja dann sogar dafür, dass Du und der „Bremser“ gemeinsam einen guten Lösungsweg finden.

Die böse Nummer 7

Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber ich brauche lediglich 8,45 Sekunden, um still von 1 bis 30 zu zählen. Da wahrscheinlich jede Person in Deinem Unternehmen eine ähnlich gute Leistung beim Zählen bis 30 bringt, ist diese Fähigkeit die perfekte Basis für ein Wettbewerb, weil sich alle Spieler in der gleichen Gewichtsklasse befinden.

Warte, bin ich jetzt dran?

Das Spiel ist einfach. Es kann mit 6 bis maximal 60 Personen gespielt werden. Zu Beginn des Spiels werden zwei Teams gebildet. Die Teams spielen jede Runde nacheinander und das nichtspielende Team beobachtet das Team, dass gerade an der Reihe ist und stoppt die Zeit, die für die Aufgabe benötigt wird.

Runde 1

Zu Beginn der Runde stellt sich das Team im Kreis auf und hat die Aufgabe im Uhrzeigersinn bis 30 zu zählen, indem die erste Person mit der eins beginnt, die zweite mit zwei weitermacht. Das Spiel endet so bald die letzte Person die 30 sagt.

Die erste Runde ist nicht sehr aufregend und zeigt erst einmal nur, dass beide Teams entspannt in der Lage sind die Aufgabe in einem Durchlauf und ohne Fehler zu bewältigen.

Runde 2

Ab der zweiten Runde kommt die verflixte 7 ins Spiel. Alle Zahlen, die eine 7 enthalten, oder durch die Zahl 7 teilbar sind, dürfen nicht genannt werden. Statt die Zahl zu sagen, muss der Teilnehmer aufstehen und klatschen. Wenn gegen die Regel verstoßen wird, muss die Zählung von Vorn begonnen werden.

Diese Runde wird in der Regel nicht ohne Fehler erfolgen. Es spricht nichts dagegen, dass sie so oft wiederholt wird, bis die Teammitglieder mit dem Ergebnis zufrieden sind.

Runde 3

In dieser Runde wird es nun wirklich gemein. Es gelten die Regeln der Runde 2, doch dieses Mal wechselt beim Zählen jedes Mal die Richtung, wenn geklatscht wurde. Das bedeutet, die Person, die die sechs hatte, hat auch die 8 und so weiter und so fort.

Gemeinsam bekommen wir das auf die Reihe.

Fazit – Kleine Änderung große Wirkung

Das Spiel lässt jeden Teilnehmenden die Wirkung von Routinen und Veränderungen spüren. Menschen, die den Alltag in einem Unternehmen rocken (z.B. Bestellungen bearbeiten, Lohnabrechnungen erstellen, Produkte fertigen) nutzen Routinen. Diese helfen ihnen dabei schnell und vor allem fehlerfrei zu arbeiten. Diese Routinen sind nicht einfach da, sie werden mühsam erlernt und immer weiter optimiert.

Das Zählen bis 30 ist genauso eine Routine. Die verflixte 7 zeigt, wie nützlich solche Routinen sind und wie empfindlich sie auf eine Störung (Runde 2) reagieren und wie desaströs zwei Störungen (Runde 3) sein können.

Veränderungen sind gut und wichtig, damit Unternehmen mit der Zeit gehen können. Routinen sind wichtig, damit das Tagesgeschäft rund läuft. Wenn Veränderungen so viele Störungen ins Tagesgeschäft bringen, dass die Fehler sich häufen, kann es passieren, dass das Unternehmen Kunden verliert, weil dieses nicht die hochwertigen Ergebnisse erbringt, die die Kunden sich wünschen. In Sachen Veränderung und Routine gilt es daher immer die Waage zu halten. Keine Veränderungen sind genauso schädlich wie zu viele Änderungen.

Wenn Du Veränderungen in Deinem Unternehmen anstrebst und auf Widerstände triffst, lohnt es sich genauer hin zu sehen. Welche Routinen werden durch Deine Veränderungen gebrochen? Ist Deine Veränderung, gerade die einzige Veränderung, die Routinen durchbricht? Kann die Veränderung in kleineren Schritten eingeführt werden?

Routinen brauchen (bei täglicher Verrichtung) ca. 30 Tage, um sich zu etablieren. Wenn Ihr diesen Zeitraum berücksichtigt und Störungen dosiert eingebracht werden, werden Veränderungen allen Beteiligten möglicherweise leichter fallen.

An dieser Stelle bin ich neugierig: Zu welchem Lager zählst Du? Bist Du ein Veränderer, oder jemand der den Alltag rockt, oder wie ich sogar jemand, der beides macht? Wie sind Deine Erfahrungen mit Veränderungen in Deinem Unternehmen? Welche Dinge funktionieren Deiner Erfahrung nach gut, um Veränderungen im Unternehmen umzusetzen?

27. Januar 2026
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Das Buch, das diesen Beitrag inspiriert hat, habe ich als Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten. Das bedeutet, ich habe das Buch kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen, um darüber zu schreiben.

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