2.4 min readPublished On: 14. Juni 2021By Categories: Bücher, Wissen

Kennst Du die 4-6-8-Methode?

Atmen beeinflusst Emotionen.

Ist Dir schon einmal aufgefallen, dass unser Atmen oft massiven Einfluss auf die Intensität unserer Gefühle hat? Wenn wir

  1. vor Spannung besonders aufgeregt sind, halten wir den Atem an,
  2. besonders langsam atmen, reduziert sich unsere Herzfrequenz und wir erleben ein Gefühl der Entspannung,
  3. dagegen besonders schnell atmen, erhöht sich unsere Herzfrequenz und wir sind wir gestresst und reaktionsbereit.

Oft erleben wir Gefühle intensiver, wenn unsere Atemfrequenz aus dem normalen Rhythmus gerät. Das liegt daran, dass unser Herzschlag von unserer Atemfrequenz beeinflusst wird. Schuld ist der Vagusnerv, der beim Ausatmen die Herzfrequenz senkt. Der Vagusnerv ist auch an der Entstehung einiger Emotionen beteiligt und damit in gewisser Hinsicht die Brücke zwischen Atmung und Emotionen.

Wenn es Dir so geht wie mir, machst Du Dir über Deinen Atem kaum Gedanken, sondern atmest einfach unbewusst und ganz automatisch ein und aus. Dabei lohnt es sich laut

Christian Ankowitsch: Warum Einstein niemals Socken trug. Wie scheinbar Nebensächliches unser Denken beeinflusst ,

in vielen Situationen die eigene Atmung aktiv zu steuern, da wir dadurch unsere Gefühle steuern können. Wie genau das funktioniert, schauen wir uns jetzt am Beispiel der 4-6-8-Methode an.

Wie funktioniert die 4-6-8-Methode?

1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 und 8.

Die Atemtechnik, die den Namen 4-6-8-Methode trägt, besteht aus 3 Schritten

  1. einatmen,
  2. Atem halten und
  3. ausatmen.

Die Zahlen geben dabei an, wie lange der jeweilige Schritt dauert:

  1. Langsam durch die Nase einatmen, während du bis 4 zählst,
  2. die Luft anhalten und währenddessen bis 6 zählen,
  3. beim Ausatmen bis 8 zählen.

Durch das langsame Atmen und Atem anhalten lassen sich Wut- und Frustgefühle wegatmen, weil unsere Herzfrequenz gesenkt wird. Auch bei Prüfungsangst kann diese Übung helfen, das vor Aufregung rasende Herz zu beruhigen und die Angst in den Griff zu bekommen.

Fazit

An Tagen wie heute bin ich erstaunt, wie viel Wissen in Dingen steckt, denen ich so gut wie keine Aufmerksamkeit schenke. Natürlich weiß ich, dass Atmen wichtig ist und dass das Einstellen der Atmung auch das Ende des Lebens bedeutet. Doch über die Verbindung von Atmung und Emotionen habe ich mir noch nie wirklich Gedanken gemacht. Dabei begegnen mir regelmäßig Formulierungen wie diese

  • aufatmen,
  • zu Atem kommen,
  • nach Luft schnappen,
  • atemlose Spannung,
  • Luft aus der Sache nehmen,
  • vor Aufregung den Atem anhalten,
  • entspannt ausatmen,

die die Verbindung von Atem und Emotionen zum Ausdruck bringen.

An dieser Stelle bin ich gespannt, ob Du genauso ignorant gegenüber dem eigenen Atmen bist wie ich, oder ob Du das Atmen bereits seit langem bewusst einsetzt, um Deine Emotionen zu kontrollieren. In letzterem Fall freue ich mich sehr, wenn Du mir auch verrätst, welche Emotionen Du mit welcher Atemtechnik kontrollierst und in welchen Situationen Dir die Kontrolle Deines Atmens bereits gute Dienste geleistet hat.